Bis 30. Juni müssen Nationalratsabgeordnete ihre Nebeneinkünfte offenlegen. Eine oe24-Auswertung zeigt: Die FPÖ führt das Ranking der Spitzenverdiener mit deutlichem Abstand an.
Acht FPÖ-Abgeordnete in höchster Kategorie
Wie oe24 in einer Auswertung der Nebenbezüge für das Jahr 2025 berichtet, fallen acht FPÖ-Mandatare in die höchste Einkommenskategorie – das bedeutet, sie verdienen neben ihrem staatlichen Grundgehalt von rund 10.350 Euro monatlich noch weitere 12.000 Euro oder mehr. Im Vorjahr waren es noch sieben. Zum Kreis der Topverdiener zählen laut oe24 unter anderem die Notare Harald Stefan und Volker Reifenberger, Rechtsanwalt Christian Ragger, Apotheker Gerhard Kaniak sowie die Unternehmer und Manager Maximilian Weinzierl, Arnold Schiefer und Karin Doppelbauer. Auch Christoph Pramhofer, Banker, und Norbert Nemeth, Klubdirektor der FPÖ, fallen in die höchste Kategorie.
Schnedlitz neu dabei – Hafenecker bereits auf Kurs
Neu in der Spitzengruppe ist laut oe24 FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz. Auch sein Parteikollege und Mitgeneralsekretär Christian Hafenecker dürfte eine deutliche Gehaltserhöhung erhalten haben: Für 2025 meldete er noch die Kategorie 3 (4.001 bis 8.000 Euro), für das laufende Jahr 2026 – obwohl die Offenlegungspflicht dafür erst im Juni 2027 fällig wäre – hat er bereits über 12.000 Euro eingemeldet, wie oe24 berichtet.
Zum Vergleich: Die Generalsekretäre der Koalitionsparteien verdienen deutlich weniger nebenbei. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti und NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos fallen laut oe24 in die Kategorie 3, also zwischen 4.001 und 8.000 Euro.
NEOS zweite, SPÖ dritte, ÖVP noch offen
Hinter der FPÖ folgen laut oe24-Auswertung die NEOS mit zwei Abgeordneten in der höchsten Einkommenskategorie. Bei der SPÖ hält noch ein Mandatar die Spitzenposition – die Gewerkschafterin Barbara Teiber ist von Kategorie 5 auf Kategorie 4 abgerutscht und verdient damit „nur mehr“ zwischen 8.001 und 12.000 Euro monatlich nebenbei.
Noch offen ist der Fall bei der ÖVP: Kein Abgeordneter der Volkspartei hat bisher Nebeneinkünfte über 12.000 Euro eingemeldet – der Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger, 2024 noch in der höchsten Kategorie, hat seine Zahlen für 2025 laut oe24 noch nicht eingereicht.
Grüne weit abgeschlagen
Traditionell am unteren Ende des Rankings liegen laut oe24-Auswertung die Grünen: Mit einem Durchschnittswert von 0,44 – zum Vergleich: FPÖ 2,26, ÖVP 2,18, NEOS 1,94, SPÖ 1,85 – hat die kleinste Parlamentspartei keinen einzigen Abgeordneten, der in eine höhere Einkommenskategorie als 2 fällt, also über 4.000 Euro monatlich zusätzlich verdient.
EINORDNUNG DER REDAKTION
Die Offenlegungspflicht für Nebeneinkünfte ist ein legitimes demokratisches Transparenzinstrument – und die Zahlen sind öffentlich zugänglich. Was sie zeigen: Die FPÖ, die sich gerne als Partei des „kleinen Mannes“ positioniert, hat mit Abstand die meisten Abgeordneten, die neben ihrem Parlamentsgehalt monatlich fünfstellige Beträge verdienen. Das ist kein Vorwurf – Anwälte, Notare und Unternehmer dürfen ihren Beruf neben dem Mandat ausüben. Es ist aber ein relevanter Kontext, wenn dieselbe Partei gleichzeitig Sozialkürzungen fordert und den Kontakt zur arbeitenden Bevölkerung betont.
Credits: Parlamentsdirektion/Thomas Topf
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