Die österreichische Medienlandschaft brodelt: Florian Klenk, Chefredakteur des Falter, steht im Zentrum einer hitzigen Debatte. Der Grund? Ein internationaler Medienpreis, der ihm und seiner Kollegin Tessa Szyszkowitz für die Geschichte „Pursued by Putin’s hunters“ verliehen wurde. Doch nicht alle feiern mit – vor allem nicht Anna Thalhammer, Chefredakteurin des Magazins Profil.
Der „Journalismus-Oscar“ und die Kritik
Klenk bezeichnete die Auszeichnung der Foreign Press Association in London als „Journalismus-Oscar“ und feiert sich selbst. Doch genau diese Selbstinszenierung sorgt für Unmut. Wie exxpress.at berichtet, wirft Thalhammer Klenk vor, sich mit fremden Federn zu schmücken. Die zentralen Recherchen zur Causa Egisto Ott, einem Fall mit mutmaßlichen Russland-Verbindungen, seien über Jahre hinweg von ihr und ihrem Team geleistet worden.
Auf der Plattform X (ehemals Twitter) reagierte Thalhammer scharf: „Gott sei Dank war das nicht unsere Exklusivstory über Jahre, bevor wer anderer dafür nominiert wird. Oder einreicht.“ Ein klarer Seitenhieb auf Klenk, der sich ihrer Meinung nach mit der Arbeit anderer schmückt.

Klenks Reaktion: Humor oder Selbstinszenierung?
Während die Kritik an ihm laut wird, zeigt sich Klenk unbeeindruckt. In seinem Newsletter scherzte er über die Feierlichkeiten in London und erwähnte, er müsse seinen „Kater auskurieren“. Für viele mag das humorvoll klingen, doch für Kritiker wirkt es wie die nächste Runde in seiner Selbstinszenierung: erst die Lorbeeren einheimsen, dann über Cocktails witzeln.
Wer hat wirklich recherchiert?
Die Frage, wer die entscheidende Arbeit in der Causa Egisto Ott geleistet hat, bleibt im Raum. Während Klenk und Szyszkowitz den Preis entgegennehmen, betont Thalhammer, dass die wesentlichen Durchbrüche und Exklusivgeschichten aus ihrer Feder stammen. Die Debatte wirft ein Schlaglicht auf die oft unsichtbare Arbeit von Journalistinnen und Journalisten, die hinter den Kulissen recherchieren und Risiken eingehen.
Ein Fall, der die Medienwelt spaltet
Die Diskussion um Florian Klenk zeigt, wie sensibel das Thema Anerkennung in der Medienbranche ist. Während der Falter-Chef den Preis als Triumph feiert, bleibt ein bitterer Beigeschmack: Hat er sich wirklich mit fremden Federn geschmückt? Oder ist die Kritik nur ein Ausdruck des Konkurrenzkampfes in der österreichischen Medienlandschaft?
Credits: APA
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