Noch mehr Details zu dem erschütternden Brandanschlag auf eine pro-israelische Demo in Boulder (Colorado) werden nun bekannt: Mohamed S. (45) hat mit seinem selbstgebauten Flammenwerfer acht jüdische Bürger schwer verletzt. Das FBI sieht einen konkreten Terrorverdacht.
In der US-Stadt Boulder im Bundesstaat Colorado hat ein 45-jähriger Mann bei einem Angriff auf eine Demo acht Menschen verletzt – exxtra24 berichtete in den frühen Morgenstunden. Nach Angaben der Ermittler setzte er einen selbstgebauten Flammenwerfer ein und rief „Free Palestine“, während er einen Brandsatz in eine Gruppe pro-israelischer Demonstranten schleuderte. Die Bundespolizei FBI stuft die Tat als möglichen Terrorakt ein.
Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um Mohamed Sabry S.. Er wurde in das Gefängnis von Boulder County eingeliefert und soll sich wegen mehrerer schwerer Straftaten verantworten. Zum Zeitpunkt seines ersten Gerichtstermins machte die Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben.
Der Angriff ereignete sich am Sonntag auf der belebten Pearl Street Mall, einer bekannten Fußgängerzone in der Innenstadt von Boulder. Dort hatte sich eine Gruppe der Freiwilligen-Initiative „Run For Their Lives“ versammelt, um auf das Schicksal israelischer Geiseln aufmerksam zu machen, die noch immer im Gazastreifen festgehalten werden. Der Angriff fiel zudem mit dem Beginn des jüdischen Feiertags Schawuot zusammen.
Laut FBI wurden acht Personen im Alter zwischen 52 und 88 Jahren verletzt, teils schwer. Einige von ihnen erlitten schwere Brandverletzungen. Videoaufnahmen von Augenzeugen zeigen, wie der Angreifer oberkörperfrei und mit Behältern in den Händen auftritt. Während Flammen auf dem Boden lodern, ruft ein Zeuge: „Er wirft Molotowcocktails!“, dann geht ein Polizist mit gezogener Waffe auf den Mann zu.
Ein weiterer Augenzeuge, Alex Osante aus San Diego, berichtete, er habe auf einer Restaurantterrasse gegessen, als er ein lautes Klirren und einen anschließenden Knall gehört habe – gefolgt von Schreien. In seinen Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Passanten versuchen, eine Frau mit Wasser zu versorgen, die offenbar in Brand geraten war. Ein israelischer Besucher, der sich spontan der Versammlung angeschlossen hatte, bat Osante um Wasser, um bei der Hilfeleistung zu unterstützen.
Nach dem ersten Angriff versteckte sich der Täter laut Zeugen zunächst in einem Gebüsch, tauchte dann erneut auf und warf einen weiteren Molotowcocktail. Dabei soll er sich selbst versehentlich in Brand gesetzt haben. Anschließend entledigte er sich seines Hemdes und offenbar auch einer schusssicheren Weste, bevor die Polizei ihn ohne Widerstand festnahm.
Reaktion von Benjamin Netanjahu
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu verurteilte die Tat scharf. Er sprach von einem „heimtückischen Terroranschlag gegen friedliche Menschen, die lediglich ihre Solidarität mit den Geiseln zum Ausdruck bringen wollten – nur weil sie Juden sind“. Netanjahu kündigte an, dass er, seine Frau und das ganze Land für die Genesung der Verletzten beten würden.
Das FBI in Denver warnte indes vor einer beunruhigenden Entwicklung: „Solche Angriffe werden in den USA leider immer häufiger“, sagte FBI-Sonderagent Mark Michalek. „Sie zeigen, wie gewaltbereite Täter unsere Gesellschaft bedrohen.“ Aus Sicherheitsgründen erhöhte die Polizei in New York ihre Präsenz an religiösen Stätten zum jüdischen Feiertag.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie antisemitischer Gewalttaten in den USA ein. Erst vergangene Woche wurde in Washington ein Mann verhaftet, der unter den Rufen von „Free Palestine“ zwei Mitarbeiter der israelischen Botschaft erschossen hat.

Credits: Screenshot/APA
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