Felix Baumgartner – so eckte er mit Linken und Moralaposteln an

Felix Baumgartner – so eckte er mit Linken und Moralaposteln an

Österreichs mutiger All-Springer ist tot, Felix Baumgartner ist während eines Paragleit-Fluges südlich von Ancona mit nur 56 Jahren verstorben. Er eckte mit einigen linken Moralaposteln an und provozierte auf Social-Media-Plattformen. Hier seine aufsehenerregendsten Debatten:

Bereits im Jahr 2012 sorgte der gebürtige Salzburger für Aufregung, als er sich öffentlich gegen die parlamentarische Demokratie aussprach. Er bezeichnete sie als ineffektiv und plädierte stattdessen für eine „gemäßigte Diktatur“ – geführt von einigen Personen aus der Privatwirtschaft, die seiner Meinung nach mehr Kompetenz besäßen als gewählte Volksvertreter.

Im April 2017 sagte Baumgartner in einem Interview mit dem Magazin Alles Roger?, ein Einstieg in die Politik sei für ihn unter den damaligen Umständen „reine Zeitverschwendung“. Erst wenn Österreich ein System der direkten Demokratie – wie in der Schweiz – einführe, könne er sich ein politisches Engagement vorstellen.

„Idioten“ würden das Land regieren

Ein besonders umstrittenes Facebook-Posting vom 25. Jänner 2016 brachte ihm einen Sturm der Entrüstung ein. Darin beklagte er, dass Angler in Österreich einen Schein bräuchten, während Menschen ohne Pass unbehelligt Grenzen überquerten. Nur „Idioten“ könnten ein solches Land regieren, so seine scharfe Kritik. Lob hingegen fand Baumgartner für den ungarischen Regierungschef Viktor Orbán, den er für dessen rigide Migrationspolitik pries – mit der Begründung, dieser habe sein Land und Volk geschützt. Auch Angela Merkels Flüchtlingspolitik war Ziel seiner Attacken.

Im selben Jahr äußerte sich Baumgartner zustimmend über den Auftritt des rechtsnationalen Aktivisten Martin Sellner in einer TV-Diskussion. Im Mai 2016 erklärte er zudem seine Unterstützung für den damaligen FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer und teilte verbale Angriffe auf dessen politischen Gegner Alexander Van der Bellen in den sozialen Medien.

Auch in gesellschaftspolitischen Fragen polarisierte Baumgartner. Er warnte vor dem Verlust von Frauenrechten in Europa infolge kultureller Veränderungen durch Zuwanderung. In einem Posting fragte er: „Wie weit sind wir bereit, unsere Identität und unsere Kultur aufzugeben und sie zu vermischen mit einer völlig anderen Religion und Ideologie?“

Im April 2017 geriet er erneut in die Kritik, als er die Puls-4-Moderatorin Corinna Milborn in einem Facebook-Kommentar wegen ihrer Figur angriff. Hintergrund war eine Debatte über ein als sexistisch empfundenes Werbefoto eines Wäscheherstellers. Baumgartner lehnte es ab, sich öffentlich der Diskussion zu stellen, und warf Milborn vor, soziale Netzwerke zur „Selbstbefriedigung“ zu missbrauchen.

2019 griff Baumgartner den deutschen Satiriker Jan Böhmermann auf Facebook wüst an, nachdem dieser im ORF die These vertreten hatte, viele Österreicher sehnten sich nach autoritärer Führung. Baumgartners Beschimpfungen wurden zwar später gelöscht, hatten sich zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits weit verbreitet.

Im Jänner 2024 sorgte ein weiterer Ausbruch für juristische Konsequenzen: Nachdem der Journalist Florian Klenk sich öffentlich trotz wiederholter Corona-Erkrankungen zu seinen Impfungen bekannte, beschimpfte Baumgartner ihn auf Facebook als „Pharmahure“ und „festen Trottel“. Das Landesgericht für Strafsachen Wien verurteilte ihn daraufhin zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 5000 Euro wegen übler Nachrede.

Credit: APA

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