Wien – Die Diskussion um zusätzliche Feiertage in Österreich sorgt für hitzige Debatten. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) erteilt der Forderung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, am nächsten Arbeitstag nachzuholen, eine klare Absage. „Keine neuen Feiertage erfinden“, so der Minister gegenüber oe24.
ÖGB fordert „faire Erholungszeiten“
Der ÖGB hatte zuvor argumentiert, dass Arbeitnehmern ein „fairer und gleicher Zugang zu Erholungszeiten und Freizeit“ zustehe. Besonders brisant: Die nächsten Feiertage – der Nationalfeiertag und Allerheiligen – fallen auf ein Wochenende. Für viele Arbeitnehmer bedeutet das: Kein zusätzlicher freier Tag. Der Gewerkschaftsbund fordert daher, dass solche Feiertage künftig am nächsten Werktag nachgeholt werden.
Minister: „Zeiten großer Herausforderungen“
Doch Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer sieht das anders. „In Zeiten, in denen wir vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, sind sicher keine Zeiten, in denen wir darüber nachdenken sollten, neue Feiertage zu erfinden“, erklärte er gegenüber oe24. Der Minister verweist zudem darauf, dass Österreich im europäischen Vergleich bereits eine der höchsten Zahlen an Urlaubstagen und Feiertagen habe. „Wir müssen wettbewerbsfähig bleiben und Arbeitsplätze sowie Einkommen sichern“, betonte er.
Wirtschaftskammer: „Symbolpolitik schadet der Zukunft“
Auch die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zeigt sich wenig begeistert von der ÖGB-Forderung. „Wer mehr Feiertage fordert, nur weil einer auf das Wochenende fällt, sucht schnellen Applaus, aber keine Lösung“, so ein Sprecher der WKÖ gegenüber oe24. Die Kammer kritisiert die Idee als „wirtschaftsfeindlich“ und „kurzsichtig“. Österreich müsse sich auf die Verbesserung seiner Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren, anstatt Symbolpolitik zu betreiben.
Steuerfreie Feiertagsarbeit als Lösung?
Hattmannsdorfer schlägt stattdessen vor, Feiertagsarbeit steuerfrei zu stellen. „Wer an Feiertagen arbeitet, übernimmt Verantwortung – für andere, für unser Land. Vom Pflegeheim bis zur Backstube sorgen diese Menschen dafür, dass das Leben nicht stillsteht“, so der Minister. Steuerfreie Entlohnung sei ein Zeichen der Wertschätzung und ein Anreiz, Leistung zu honorieren.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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