Neu veröffentlichte Textnachrichten aus dem Diensthandy von Anthony Fauci sorgen in den USA für erhebliche politische Turbulenzen. Der frühere Chef des Nationalen Instituts für Allergie und Infektionskrankheiten (NIAID) soll intern ein mögliches Fehlgeburtsrisiko nach der Corona-Impfung angesprochen haben – neun Tage bevor er öffentlich erklärte, es gebe „bislang keine Warnsignale“.
Die zentrale Textnachricht vom Januar 2021
Wie der Vorsitzende des ständigen Untersuchungsausschusses des US-Senats, Ron Johnson, in einer offiziellen Mitteilung bekanntgab, schrieb Fauci am 25. Januar 2021 an die damalige CDC-Direktorin Rochelle Walensky sowie den heutigen früheren US-Gesundheitsbeauftragten Vivek Murthy: „Ich habe mich noch etwas weiter umgehört, und dabei ist ein weiterer Punkt aufgekommen, den ihr kennen solltet. Da viele Menschen nach der zweiten Dosis einen erheblichen Zytokinsturm und Fieber entwickeln, könnte dies theoretisch mit Fehlgeburten im ersten Trimester in Verbindung stehen.“ Walensky antwortete darauf laut der Senatsmitteilung: „Das ist definitiv ein guter Punkt – insbesondere nach der zweiten Dosis.“ Wie der US-Sender Fox News aus dem Nachrichtenverlauf ergänzt, hatte Murthy zuvor gefragt, ob es Gründe gebe, eine Impfung früher oder später in der Schwangerschaft zu bevorzugen, und ob es bereits Hinweise auf negative Folgen bei bereits geimpften Schwangeren gebe. Fauci antwortete darauf, es gebe „keine Daten oder theoretischen Gründe“, eine frühere Impfung in der Schwangerschaft gegenüber einer späteren zu bevorzugen.
Die öffentliche Aussage kurz danach
Nur wenige Tage später, am 3. Februar 2021, erklärte Fauci bei einer Veranstaltung des Fachmagazins „Journal of the American Medical Association“ (JAMA), die US-Arzneimittelbehörde FDA habe „bislang keine Warnsignale“ bei Schwangeren festgestellt, wie aus der Senatsmitteilung hervorgeht. Monate später bekräftigte er diese Einschätzung erneut und erklärte laut exxpress.at, bei „Zehntausenden und Abertausenden“ geimpften Schwangeren gebe es „keinerlei Hinweise“ auf ein erhöhtes Risiko.
Herkunft und Umfang der Nachrichten
Veröffentlicht wurden die Textnachrichten von den republikanischen Senatoren Ron Johnson und Rand Paul. Sie stammen aus Daten, die das US-Gesundheitsministerium (HHS) am 5. August 2026 auf Anfrage Johnsons zur Verfügung gestellt hatte, und umfassen laut der Senatsmitteilung mehr als 34.000 Textnachrichten sowie 522 Sprachnachrichten von Faucis damaligem Diensthandy. Die Senatoren betonten zugleich ausdrücklich, es sei noch zu früh, um beurteilen zu können, ob möglicherweise Daten gelöscht wurden.
Politischer und juristischer Druck wächst
Der Vorgang reiht sich in eine bereits laufende juristische Auseinandersetzung ein. Rand Paul hatte Fauci bereits nach dessen wiederholter Berufung auf den Fünften Verfassungszusatz während einer Senatsanhörung Ende Juli zur Strafverfolgung empfohlen – laut Paul verweigerte Fauci bei dieser Anhörung 111 Mal die Aussage. Johnson kündigte zudem an, Fauci zu einem protokollierten Interview vorzuladen, sollte dieser einer freiwilligen Befragung nicht zustimmen. Auf der Plattform X kommentierte Paul die neuen Enthüllungen mit den Worten, Fauci habe wieder einmal öffentlich etwas anderes gesagt als privat.
EINORDNUNG DER REDAKTION
Wichtig zur Einordnung: In der Textnachricht selbst verwendet Fauci ausdrücklich das Wort „theoretisch“ für einen möglichen Zusammenhang zwischen der Impfreaktion und Fehlgeburten – es handelt sich um eine interne Diskussion eines denkbaren Risikos, nicht um einen belegten ursächlichen Zusammenhang. Im politisch stark polarisierten US-Diskurs kursieren im Zuge der Veröffentlichung auch weitergehende, konkrete Prozentangaben zu angeblichen Fehlgeburtenraten nach der Impfung – diese Zahlen stammen aus einzelnen, umstrittenen Quellen und wurden von den hier zitierten etablierten Nachrichtenagenturen und -sendern nicht bestätigt oder übernommen.
Credits: Screenshot Wikipedia-Video
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