Fast zwölf Milliarden für die Bundeswehr: USA genehmigen Mega-Rüstungsdeal für die deutsche Marine

Fast zwölf Milliarden für die Bundeswehr: USA genehmigen Mega-Rüstungsdeal für die deutsche Marine

Deutschland rüstet auf — und das in einer Dimension, die selbst für die aktuelle Aufrüstungswelle bemerkenswert ist. Das US-Außenministerium hat einen Rüstungsverkauf an Berlin genehmigt, der es in sich hat: modernste Marinekampfsysteme für bis zu 11,9 Milliarden Dollar.

Was genau Deutschland kauft

Wie das US-Außenministerium in einer offiziellen Mitteilung auf state.gov bekanntgegeben hat, beantragt Deutschland den Kauf von bis zu acht kompletten Schiffsausrüstungen des AEGIS-basierten integrierten Kampfsystems (ICS MK 6). Dazu kommen acht Garnituren des modernen AN/SPY-6(V)1 Radars — ein aktiv gescanntes Array-Radarsystem der neuesten Generation — sowie acht Garnituren des MK-41-Startsystems für Lenkflugkörper, neun Feuerleitrechner und zehn Systeme für vernetzte Informationsverteilung. Die Technik soll es deutschen Kriegsschiffen ermöglichen, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, abzuwehren und sich nahtlos mit anderen NATO-Einheiten zu vernetzen, wie die Weltwoche berichtet.

Als Hauptauftragnehmer sind Lockheed Martin und die RTX Corporation (ehemals Raytheon) vorgesehen. Wie Bloomberg berichtet, ist Deutschland damit der erste internationale Abnehmer des hochmodernen AN/SPY-6-Radarsystems, das in der US-Navy bereits auf sieben Schiffsklassen zum Einsatz kommt.

Ziel: Die neuen F127-Fregatten

Der Deal ist Teil der deutschen Marinerüstung rund um das F127-Fregatten-Programm, das die in die Jahre gekommenen F124-Sachsen-Klasse-Fregatten ablösen soll. Wie IRIA News unter Verweis auf frühere US-Genehmigungen berichtet, plant Deutschland mindestens fünf dieser Schiffe zu beschaffen — mit Optionen auf bis zu acht Einheiten. Die F127 soll als nächste Generation seegestützter Luft- und Raketenabwehr das Rückgrat der deutschen Marine bilden.

Kongress muss noch zustimmen — und der Kontext ist bemerkenswert

Der geplante Verkauf wurde dem US-Kongress zur Prüfung vorgelegt, der noch Einwände erheben kann. Wie aus der State-Department-Mitteilung hervorgeht, soll der Deal die Fähigkeiten der deutschen Marine zur Landes- und Bündnisverteidigung stärken und die Interoperabilität mit US- und NATO-Streitkräften verbessern. Deutschland wird darin ausdrücklich als „wichtiger Partner für politische Stabilität und wirtschaftlichen Fortschritt in Europa“ bezeichnet.

Der Zeitpunkt ist politisch aufgeladen: Wie das Atlas Institute und Nordic Defence Review dokumentieren, verfügt Deutschland 2026 über einen Verteidigungshaushalt von rund 83 Milliarden Euro — ein Anstieg von 20 Milliarden gegenüber 2025. Gleichzeitig hatte Bundeskanzler Stocker erst zuletzt auf seiner Indien-Reise betont, man wolle sich bei Rüstung und Verteidigung weniger abhängig von den USA machen. Der jetzt bekannt gewordene Milliarden-Deal mit Washington sendet in dieser Frage ein anderes Signal.

Credits: APA

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