Eine parlamentarische Anfrage bringt ans Licht, wie großzügig der Verein „Climate Change Center Austria“ über Jahre mit Bundesmitteln bedacht wurde. Die Summen sind beachtlich – und die Debatte über die Vergabepraxis bei Klima-NGOs gewinnt damit erneut an Fahrt.
Was die Anfragebeantwortung zeigt
Wie exxpress unter Berufung auf eine aktuelle parlamentarische Anfragebeantwortung berichtet, flossen über mehrere Jahre hinweg beträchtliche Summen aus Bundesmitteln an den Verein „Climate Change Center Austria“ (CCCA). Wie exxpress festhält, genehmigte das zuständige Ministerium allein für eine sogenannte „Vernetzungsplattform für europäische und internationale Klimaagenden“ in mehreren Förderperioden insgesamt rund 960.000 Euro. Hinzu kommen laut exxpress zahlreiche kleinere Posten: Der „Österreichische Klimatag“ etwa wurde jährlich mit bis zu 10.000 Euro bezuschusst. Auch ein Werkvertrag aus dem Jahr 2020 ist dokumentiert – für knapp 48.750 Euro erstellte das CCCA im Auftrag des Ministeriums eine Analyse zur österreichischen Klima- und Umweltforschung.
Was das CCCA ist
Wie Wikipedia und die Eigendarstellung des Vereins auf ccca.ac.at festhalten, wurde das Climate Change Centre Austria am 18. Juli 2011 in Wien als gemeinnütziger Verein gegründet. Es versteht sich als Netzwerk und Anlaufstelle für Forschung, Politik, Medien und Öffentlichkeit in Fragen der Klimaforschung – und trägt nach eigenen Angaben zur Beratung von Politik und Gesellschaft bei. Hinter dem CCCA stehen laut Wikipedia führende österreichische Forschungsinstitutionen; im Vorstand sitzen international renommierte Wissenschaftler.
Ministerium unter Holzleitner in der Pflicht
Wie exxpress berichtet, stammt die Anfragebeantwortung von Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung. Ihr Ministerium ist damit jene Stelle, die die Förderungen über die dokumentierten Jahre hinweg abgewickelt hat. Eine Stellungnahme des Ministeriums zur Frage der Verhältnismäßigkeit der Förderungen ist dem exxpress-Bericht nicht zu entnehmen.
Kein Einzelfall
Wie exxpress in einer Reihe früherer Berichte dokumentiert hat, ist die CCCA-Förderung kein isolierter Vorgang. So berichtete exxpress etwa, dass die Dachorganisation der Umweltbewegung „Ökobüro“ seit 2019 Förderungen aus dem Klimaministerium erhalten hat, und dass an den Umweltverein Global 2000 – die frühere NGO von Grünen-Politikerin Leonore Gewessler – laut parlamentarischer Anfragebeantwortung insgesamt weit über 350.000 Euro geflossen sind. Die Förderpraxis gegenüber Klima-NGOs steht damit seit Längerem unter parlamentarischer Beobachtung.
Quellen:
- exxpress.at, 21. März 2026
- Parlamentarische Anfragebeantwortung, Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner (Frauen, Wissenschaft und Forschung)
- Climate Change Centre Austria (ccca.ac.at), Eigendarstellung
- Wikipedia: Climate Change Centre Austria
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