Faschingskostüme: SPÖ-nahes Medium gibt vor, was erlaubt ist und was nicht

Faschingskostüme: SPÖ-nahes Medium gibt vor, was erlaubt ist und was nicht

Kurz vor dem Faschingsdienstag hat das Moment Magazin auf Instagram eine Orientierungshilfe veröffentlicht: Was ist noch Kostüm – und was ist rassistisch? Der Post sorgt für Diskussion. Dahinter steckt ein Institut mit klarer politischer Färbung.

Was der Post sagt

Unter dem Titel „Was ist ein Faschingskostüm und was rassistisch?“ listet Moment Magazin auf Instagram auf, was unbedenklich sei: Tierverkleidungen, Berufe wie Feuerwehrmann oder Arzt, Fantasiewesen wie Einhörner oder Vampire – und Clowns.

Dann folgt die Abgrenzung. Wörtlich heißt es laut dem Post: „Keine Kostüme sind: Hautfarben. Wenn sich weiße Menschen eine andere Hautfarbe schminken, wiederholen sie Stereotype und Vorurteile zum eigenen Vergnügen. Diskriminierungserfahrungen und systematische Unterdrückung hingegen werden ignoriert.“ exxpress

Auch indigene Kleidung und Schmuck werden klar ausgeschlossen. Die Begründung laut Post: „Indigene Völker wurden und werden beraubt und ermordet. Kultur, Sprache und Bräuche wurden systematisch unterdrückt – meist von weißen Menschen. Ziehen weiße Menschen nun indigene Kleidung und Schmuck als Kostüm zum ‚Scherz‘ an, verkennt das eben diese schmerzhafte Geschichte.“ exxpress

Wer hinter Moment Magazin steckt

Das Moment Magazin ist das Publikumsmedium des Momentum Instituts. Laut Wikipedia ist das Institut „in seinem politischen Selbstverständnis dem linken Spektrum zuzuordnen. Zahlreiche Mitarbeiter und Funktionäre stammen aus dem Umfeld der politischen Arbeiterbewegung bzw. der SPÖ.“ Wikipedia

Die Finanzierung des Instituts geriet 2022 durch eine parlamentarische Anfrage des NEOS-Abgeordneten Gerald Loacker in den Fokus. Laut ORF und Salzburger Nachrichten zeigte sich: Die Arbeiterkammer förderte Momentum im Jahr 2020 mit insgesamt 900.000 Euro bei einem Gesamtbudget von 1,6 Millionen Euro. Wikipedia Loacker kommentierte das gegenüber den Salzburger Nachrichten: Es sei „mehr als problematisch, wenn die Arbeiterkammer, deren Gremien mehrheitlich mit Vertretern der SPÖ besetzt sind, mit Pflichtbeiträgen in Höhe von satten 900.000 Euro pro Jahr ein SPÖ-nahes Institut fördern, das regelmäßig offen parteipolitisch agiert.“ ORF

Das Momentum Institut selbst betont auf seiner Website, unabhängig zu arbeiten. Institutsgründerin Barbara Blaha erklärte laut Wikipedia, das Momentum Institut arbeite „unabhängig von parteipolitischen Erwägungen. Maßstab seien die sozialen und wirtschaftlichen Interessen der breiten Mehrheit.“ Wikipedia

Debatte, die nicht neu ist

Die Frage, wo Faschingskostüm endet und kulturelle Aneignung beginnt, ist kein österreichisches Phänomen. Wie watson.de berichtet, könne das falsche Kostüm „unter Umständen sogar rassistisch“ sein und „die ganze Stimmung verderben“. Watson Der Diskurs läuft seit Jahren – etwa rund um Indigenen-Kostüme oder das Schminken in dunkleren Hauttönen.

Was der Moment-Post neu ins Spiel bringt: eine klare Ja/Nein-Liste von einem Medienhaus mit ausgewiesener politischer Haltung – kurz vor dem Faschingshöhepunkt. Ob das Orientierung oder Bevormundung ist, darüber lässt sich streiten. Einig sind sich die meisten zumindest darin: Ein Einhorn geht immer.


Quellen: exxpress.at, moment.at (Instagram), ORF.at, Salzburger Nachrichten (sn.at), Wikipedia (Momentum Institut, Barbara Blaha), watson.de, parlament.gv.at
Credits: APA

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