Ex-Kanzler Schallenberg warnt: Europa steht vor einer neuen Realität!

Ex-Kanzler Schallenberg warnt: Europa steht vor einer neuen Realität!

In einem aufsehenerregenden Interview mit dem deutschen Magazin „Cicero“ hat der ehemalige österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg deutliche Worte gefunden. Europa müsse sich auf eine neue Realität einstellen, so Schallenberg. Die Zeiten des „Urlaubs der Geschichte“ seien endgültig vorbei. Doch was meint der Ex-Kanzler damit? Und warum fordert er mehr Mut zur Disruption?

„Wir haben zu lange weggeschaut“

Schallenberg, der sechs Jahre lang im Krisenmodus agierte, sprach im „Cicero“-Talk Klartext: „Wir Europäer müssen realisieren, dass der Urlaub der Geschichte vorbei ist.“ Jahrzehntelang habe man geglaubt, Kriege, Pandemien und wirtschaftliche Krisen seien überwunden. Doch die Realität habe Europa eines Besseren belehrt. „Wir haben nicht hingehört, als Barack Obama uns höflich darauf hinwies. Erst Donald Trump hat es uns unverblümt ins Gesicht geschleudert“, so Schallenberg.

Disruption statt Stillstand: „Ja, absolut!“

Auf die provokante Frage, ob Europa mehr Mut zur „Milei’schen Kettensäge“ brauche – eine Anspielung auf den ultraliberalen argentinischen Präsidenten Javier Milei – antwortete Schallenberg mit einem klaren „Ja, absolut!“. Zwar sei er kein Freund von Motorsägen, doch Europa müsse sich von überflüssigem Ballast befreien. „Wir müssen schauen, wo Fett angesetzt wurde und wo ein neuer Kurs notwendig ist“, erklärte der Ex-Kanzler.

Migration: Ein Pulverfass für den Populismus

Ein weiteres heißes Eisen, das Schallenberg ansprach, ist die Migration. Diese sei ein „Treiber des Populismus“ und werde in Europa oft falsch diskutiert. Österreich sei während der Migrationskrise 2015 das „Schmuddelkind“ gewesen, weil es frühzeitig auf die Überforderung des Systems hingewiesen habe. „Wir haben gemerkt, es geht sich einfach nicht aus“, so Schallenberg. Besonders kritisierte er, dass deutsche Medien die Realität oft ignoriert hätten.

„Kontinent der Untergangspropheten“

Mit einer Prise Selbstironie bezeichnete Schallenberg Europa als „Kontinent der Untergangspropheten“. Besonders Österreich und Deutschland lieferten sich in dieser Disziplin ein „Foto-Finish“. Doch anstatt sich mit Nebensächlichkeiten wie Mülltrennung zu beschäftigen, müsse Europa die großen Fragen angehen: „Haben wir in 20 Jahren überhaupt noch einen Kuchen, über den wir reden können?“, fragte Schallenberg provokant.

Keine Bürgerkriegsgefahr in den USA

Auch zur politischen Lage in den USA äußerte sich der Ex-Kanzler. Trotz der tiefen Spaltung des Landes sehe er keine Gefahr eines Bürgerkriegs. Das tödliche Attentat auf den Pro-Trump-Aktivisten Charlie Kirk bezeichnete er jedoch als „Katastrophe“, die die Gräben weiter vertiefe.

Credits: APA

Quelle: Cicero, oe24

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