Ex-Kanzler Kurz: Ab sofort mit Firma „Dream“ Partner des WEF

Ex-Kanzler Kurz: Ab sofort mit Firma „Dream“ Partner des WEF

Neues aus dem von Skandalen geschüttelten World Economic Forum (WEF) in Davos: Sebastian Kurz (38) wird mit seiner Cyber-Security-Firma „Dream“ offizieller Partner des Wirtschaftsforums. Der Ex-Bundeskanzler verbreitete diese News selbst auf X.

„Diese Woche sind wir als ,Dream‘ Partner des Weltwirtschaftsforums WEF geworden!“, schreibt Sebastian Kurz aktuell auf seinem X-Account. Und: „Schon während meiner politischen Laufbahn habe ich den offenen Dialog im Forum stets geschätzt. Es ist ein einzigartiger Ort, an dem Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenkommen, um globale Herausforderungen anzugehen.“

Der Ex-ÖVP-Chef sieht damit den Weg des Erfolgs bestätigt: „Ich freue mich, dass ,Dream‘ jetzt Teil der Innovator Communities ist – einer Gruppe der vielversprechendsten Start-ups und Scale-ups der Welt. Wir freuen uns darauf, mit weltweit führenden Unternehmen aus Technologie, Industrie und dem öffentlichen Sektor zusammenzuarbeiten. Gemeinsam wollen wir unsere Mission vorantreiben: Ländern und kritischer Infrastruktur echte Cyber-Resilienz zu bieten – unterstützt durch KI.“

Der Zeitpunkt für den Beginn dieser Partnerschaft ist interessant: Das WEF steckt mit den Turbulenzen um den Abgang des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Klaus Schwab in einer ernsten Krise (www.exxtra24.at/von-wegen-freiwilliger-ruckzug-ermittlungen-gegen-klaus-schwab/). Aktuell laufen noch Ermittlungen gegen Schwab, es gab auch massive Kritik an der Entwicklung in der Linie des WEF.

Das von Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz mitbegründete Cyber-Security-Unternehmen Dream ist auf Expansionskurs und zählt seit Anfang 2025 offiziell zu den sogenannten „Unicorns“. Doch der internationale Erfolg des Unternehmens wird überschattet von einem Gerichtsverfahren gegen Kurz’ Mitgründer Shalev Hulio in Spanien. Ihm werden illegale Spionageaktivitäten zur Last gelegt.

Hightech-Startup mit Milliardenbewertung

Im Jänner 2023 gründete Sebastian Kurz gemeinsam mit den israelischen IT-Experten Shalev Hulio und Gil Dolev das Unternehmen „Dream„, das sich auf künstliche Intelligenz und digitale Sicherheitslösungen für Staaten und Großkonzerne spezialisiert hat. Mit Sitz in Tel Aviv, aber auch Standorten in Wien und Abu Dhabi, verfolgt Dream ambitionierte Ziele: den Aufbau eines „digitalen Schutzschilds“ für kritische Infrastruktur weltweit.

Im Februar 2025 sammelte das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde rund 100 Millionen US-Dollar ein. Hauptinvestor war die US-Beteiligungsgesellschaft Bain Capital. Die Bewertung des Unternehmens stieg damit auf rund 1,1 Milliarden Dollar – Dream wurde somit innerhalb von nur zwei Jahren zum Milliardenunternehmen. Sebastian Kurz soll laut Medienberichten einen Anteil von etwa 15 Prozent halten.

Dream beschäftigt mittlerweile etwa 150 Mitarbeiter und erzielt bereits einen Jahresumsatz im hohen dreistelligen Millionenbereich. Die Mittel aus der Finanzierungsrunde sollen vor allem in den Markteintritt in den USA und Lateinamerika fließen.

Mitgründer unter Spionageverdacht

Während sich Dream wirtschaftlich rasant entwickelt, sorgt einer der Mitgründer für rechtlichen Wirbel: Shalev Hulio, zuvor CEO der umstrittenen israelischen NSO Group (Hersteller der Spähsoftware „Pegasus“), steht in Barcelona vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, in den Jahren 2017 bis 2020 an der illegalen Ausspähung von mehr als 60 katalanischen Politikern und Aktivisten beteiligt gewesen zu sein (exxtra24 hat berichtet) – es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Betroffenen gehörten überwiegend zur Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien. Die spanische Justiz geht dem Verdacht nach, dass Hulio oder sein damaliges Unternehmen aktiv an Überwachungsmaßnahmen mit Spionagesoftware beteiligt war. Menschenrechtsorganisationen wie Irídia sprechen von einem „Präzedenzfall für digitale Überwachung in Europa“.

Politische Brisanz und Imagefragen

Für Sebastian Kurz könnte der Fall politisch und medial heikel werden. Zwar ist er selbst nicht in das Verfahren involviert, doch als Mitgründer eines Unternehmens, dessen technologische Wurzeln in der umstrittenen Überwachungssoftware liegen, gerät auch er in den Fokus. Kurz hatte sich nach seinem Rückzug aus der österreichischen Innenpolitik als Investor und Berater internationaler Techfirmen neu positioniert und setzt stark auf das Image eines innovativen Digitalstrategen.

Credit: Screenshot X

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