Ex-Geheimdienstchef evaluiert Verfassungsschutz: Brisante Fragen um Omar Haijawi-Pirchner

Ex-Geheimdienstchef evaluiert Verfassungsschutz: Brisante Fragen um Omar Haijawi-Pirchner

Omar Haijawi-Pirchner, der ehemalige Direktor der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN), sorgt erneut für Schlagzeilen. Obwohl er Ende 2025 seinen Posten als DSN-Chef niederlegte, ist er weiterhin im Innenministerium tätig – nun als „Fachexperte“ für die Evaluierung des Verfassungsschutzes. Diese Doppelfunktion wirft zahlreiche Fragen auf.

Rücktritt und neue Aufgaben

Haijawi-Pirchner trat elf Monate vor Ablauf seiner Amtszeit zurück, offiziell aus persönlichen Gründen. Doch anstatt sich vollständig aus dem öffentlichen Dienst zurückzuziehen, übernahm er ab Januar 2026 eine neue Rolle im Innenministerium. Laut Angaben des Ministeriums analysiert er den Ist-Zustand der DSN und entwickelt ein Zielbild für die zukünftige Ausrichtung der Behörde. Gleichzeitig betreibt er seine private Sicherheitsberatungsfirma „HP Strategic Consulting“, die unter anderem den Lebensmittelkonzern Spar berät.

Politische Kritik und offene Fragen

Die FPÖ kritisiert diese Konstellation scharf. Sicherheitssprecher Gernot Darmann bezeichnete die Situation als „Farce auf Steuerzahlerkosten“ und warf dem Innenministerium vor, „den Bock zum Gärtner“ zu machen. Auch die Frage nach Haijawi-Pirchners Zugang zu sensiblen Daten steht im Raum. Das Innenministerium betont, dass ihm nach seinem Rücktritt sämtliche Zugriffsrechte entzogen wurden. Dennoch bleibt unklar, wie eine klare Trennung zwischen seiner früheren Amtsführung, der laufenden Evaluierung und seiner privaten Tätigkeit gewährleistet wird.

Ein Blick zurück: Die DSN unter Haijawi-Pirchner

Haijawi-Pirchner war der erste Direktor der 2021 gegründeten DSN, die das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) ablöste. Unter seiner Leitung wurden zahlreiche Reformen umgesetzt, die den Verfassungsschutz international wieder auf ein anerkanntes Niveau heben sollten. Doch seine Amtszeit war nicht frei von Kontroversen. So wurde 2025 ein interner Skandal bekannt, bei dem ein mutmaßlicher Spion für die Muslimbruderschaft innerhalb der DSN enttarnt wurde.

Evaluierung oder Selbstbewertung?

Die Tatsache, dass Haijawi-Pirchner nun die Behörde evaluiert, die er selbst aufgebaut hat, sorgt für zusätzliche Brisanz. Kritiker sehen darin eine potenzielle Interessenskollision. Die FPÖ hat eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Gerhard Karner gestellt, um mehr Klarheit über die genauen Umstände seiner Tätigkeit zu erhalten.

Quellen: oe24.at, exxpress.at, bmi.gv.at, parlament.gv.at
Credits: Silverblue2 – Eigenes Werk / Wikipedia

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