Die Berliner Zeitung reagiert auf eine aktuelle Entwicklung, die bereits in ganz Westeuropa klar zu sehen ist: Da die Zahl der Messerstiche und Messerattentate in den Großstädten zunimmt, gibt die Redaktion mit Experten Tipps, wie die schwerverletzten Opfer am besten zu versorgen sind.
Dr. Henrike Rohlfing, die Leitende Oberärztin an der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Unfallkrankenhaus Berlin, erklärt für die Berliner Zeitung, wie am besten gehandelt wird, wenn man als Passant plötzlich ein Messerstich-Opfer vor sich liegen sieht: „Sofort den Notdienst verständigen! Der Zeitfaktor ist entscheidend. Je schneller der Notarzt vor Ort ist, desto besser. Als Ersthelfer kann man den Grad der Verletzung meistens nicht abschätzen. Und man sollte auch weitere Personen einbinden, die zum Beispiel einen Erste-Hilfe-Kasten besorgen und unterstützend tätig werden können.“
Und die Medizinerin rät: „Man sollte den Verletzten bodennah lagern, also auf den Boden hinlegen oder zumindest hinsetzen. Wenn der Verletzte ohnmächtig zu werden droht, sollte man seine Beine hochlegen, im Sinne einer Schocklagerung.“
Messerklinge nicht aus der Wunde ziehen
Als Ersthelfer sollte man beispielsweise bei einer stark blutenden Stichwunde am Arm so handeln: „An den Armen und Beinen kann man einen Druckverband anlegen, idealerweise mit Material aus einem Verbandkasten. Man kann in einer solchen Situation Umstehende oder Autofahrer ansprechen, ob sie eine Erste-Hilfe-Box haben.“ Und so sollte das dann gemacht werden: „Wichtig ist, eine eher kleine Druckauflage über der Wunde zu wählen, etwa eine zusammengefaltete Kompresse, darüber dann Verbandspäckchen, die mit großem Druck beispielsweise mit einer Mullbinde umwickelt werden. Im besten Fall schaut man noch auf die Uhr, damit man dem Rettungsdienst sagen kann, wann man den Druckverband angelegt hat.“
Die Berliner Ärztin warnt aber auch: „Niemals sollte man das Messer rausziehen, wenn es noch im Körper steckt. Das könnte eine bis dahin noch geringe Blutung zu einer im schlimmsten Fall lebensbedrohlichen werden lassen. Und einen zirkulären Druckverband um den Hals sollte man natürlich auch nicht machen. Da ist es besser, die Wunde zuzuhalten.“
Credit: Sccreenshot Video
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