EU-Wut auf Trump: Zölle sorgen für Ärger und Ernüchterung!

EU-Wut auf Trump: Zölle sorgen für Ärger und Ernüchterung!

Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich die EU und die USA im Juli auf ein Handelsabkommen, das Stabilität und Planungssicherheit bringen sollte. Doch kaum ist die Tinte trocken, herrscht in Europa Frust und Enttäuschung. Die Zölle, die eigentlich für Entspannung sorgen sollten, entpuppen sich als Belastung – und das nicht zu knapp!

Ein Deal, der keiner ist?

Das Abkommen klang zunächst vielversprechend: Die EU verzichtet auf Zölle für US-Industriegüter, während die USA einen Basiszoll von 15 Prozent auf EU-Exporte einführen. Doch der Teufel steckt im Detail. Besonders Stahl- und Aluminiumprodukte bleiben mit einem satten 50-Prozent-Zoll belegt – und das trotz vereinbarter Quoten-Ausnahmen. Wie der Vorsitzende des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, Bernd Lange (SPD), gegenüber der Presse erklärte:

„Es gibt keine Sicherheit oder Vorhersehbarkeit.“

Ein vernichtendes Urteil für ein Abkommen, das genau das bringen sollte.

Maschinenbau in der Krise

Besonders hart trifft es den deutschen Maschinenbau. Laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sind rund 30 Prozent der Maschinenexporte aus der EU in die USA von den hohen Zöllen betroffen. „Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen wird erheblich gefährdet“, warnt Oliver Richtberg, Außenwirtschaftsexperte des VDMA. Die pauschale 15-Prozent-Regelung werde durch die hohen Zölle auf Metallanteile faktisch ausgehebelt.

Auch andere Branchen schlagen Alarm. Eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigt: 55 Prozent der Unternehmen empfinden die Vereinbarung als übermäßige Belastung. Mehr als die Hälfte der Firmen mit US-Geschäft denkt sogar darüber nach, ihre Aktivitäten in den USA zurückzufahren.

Ökonomin Grimm: „EU ist erpressbar“

Die renommierte Ökonomin und Wirtschaftsweise Veronika Grimm sieht die EU in einer schwachen Verhandlungsposition.

„Wir sind ökonomisch wie sicherheitspolitisch von den USA abhängig und damit erpressbar“, erklärte sie gegenüber der BILD.

Ihre Forderung: Europa müsse seine Wettbewerbsfähigkeit stärken und pragmatische Freihandelsabkommen abschließen. Besonders das Mercosur-Abkommen und die Verhandlungen mit Indien sollten endlich vorangetrieben werden.

Grimm mahnt zudem, dass Deutschland seine wirtschaftlichen Reformversprechen einhalten müsse. Nur so könne Europa auf internationaler Ebene Stärke zeigen.

Ein Abkommen mit bitterem Beigeschmack

Was als großer Wurf gefeiert wurde, entpuppt sich als Stolperstein für die transatlantischen Beziehungen. Die EU steht vor der Herausforderung, ihre Handelspolitik neu auszurichten und gleichzeitig ihre Abhängigkeit von den USA zu reduzieren. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Wut auf Trump und seine Zölle wird so schnell nicht verfliegen.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x