Ein alter Tabubereich wird nun geöffnet: Zum ersten Mal in der Geschichte müssen EU-Mitgliedstaaten die Emissionen ihrer Armeen melden. Die neue Regelung im Rahmen des Pariser Klimaabkommens soll laut Brüssel auch fürs Militär gelten.
Was bisher als Frage der nationalen Sicherheit galt, wird künftig zum Klimathema: Der sogenannte „Erweiterte Transparenzrahmen“ verpflichtet alle Länder – mit Ausnahme der ärmsten – zur Offenlegung der Emissionsdaten. Damit fällt ein Schlupfloch aus dem Kyoto-Protokoll von 1997, das Armeen von Klimaberichten ausnahm. Obwohl Streitkräfte enorme Mengen Treibstoff verbrauchen, wurde ihr Beitrag zum Klimawandel bisher kaum berücksichtigt. Experten sprechen von einem Anteil ähnlich dem des internationalen Flug- und Schiffsverkehrs. Die NATO selbst diskutiert inzwischen über „grüne Technologien“ – etwa Elektrofahrzeuge, Solarstrom oder energieeffiziente Basen.
Saubere Kriege?
„Wenn Raffinerien schließen, wird auch das Militär Probleme haben, an Diesel zu kommen“, warnt Klimaexperte Lennard de Klerk. Erste Pilotprojekte laufen, doch die großen Investitionen fehlen noch. Rüstungsfirmen wie Lockheed Martin und Thales reagieren bereits – nicht nur wegen politischem Druck, sondern auch wegen neuer EU-Regeln zur Nachhaltigkeit. Auch auf eine andere Art betrifft der Klimawandel das Militär: Katastropheneinsätze im Inland, wie etwa bei Überschwemmungen, nehmen zu. Allein in Polen waren 2024 rund 25.000 Soldaten im Hochwassereinsatz. Die Verteidigung soll also nicht nur stärker, sondern auch klimafreundlicher werden.
Credit: Wikipedia
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