EU verschärft Kontrolle: Griechisches Olivenöl im Visier der Prüfer

EU verschärft Kontrolle: Griechisches Olivenöl im Visier der Prüfer

Brüssel – Die EU hat ein neues Ziel ins Visier genommen: Griechisches Olivenöl. Der Europäische Rechnungshof kritisiert, dass die Kontrollen in Griechenland und anderen Ländern nicht ausreichen, um die Qualität und Herkunft des flüssigen Goldes zu garantieren. „Die EU verfügt zwar über strenge Vorschriften, doch werden diese nicht immer vollständig umgesetzt“, erklärte Joëlle Elvinger, Mitglied des Rechnungshofs, bei der Vorstellung des Berichts.

Griechenland unter der Lupe

Besonders Griechenland steht im Fokus. Dort werden die Vorschriften nur bei Olivenöl überprüft, das für den heimischen Markt bestimmt ist. Exporte? Fehlanzeige! Dabei ist die EU mit einem globalen Marktanteil von 61 Prozent der größte Produzent von Olivenöl weltweit. Doch wie der Bericht zeigt, gibt es erhebliche Lücken in den Kontrollsystemen. So werden in Griechenland und Belgien nicht einmal die Mindestanzahl an Kontrollen durchgeführt, die von der EU vorgeschrieben sind.

Belgien: Exporteur ohne Olivenbäume

Überraschend ist auch die Rolle Belgiens. Obwohl das Land selbst kein Olivenöl produziert, ist es der größte Exporteur unter den Nicht-Erzeugerländern. Der Grund? Die Häfen. Über Belgien wird Olivenöl aus der EU in die ganze Welt verschifft – und auch Importe aus Drittstaaten gelangen über belgische Häfen in die EU. Doch die Kontrollen? Fehlanzeige. Laut Bericht werden weder Online-Verkäufe noch Importe systematisch überprüft.

Mischen erlaubt?

Ein weiteres Problem: Die Intransparenz beim Mischen von Olivenölen. Oft wird Öl aus verschiedenen Erntejahren oder sogar minderwertiges Öl mit hochwertigem nativem Olivenöl extra vermengt – und trotzdem als Premiumprodukt verkauft. „Gerade bei Lebensmitteln mit hohem Marktwert wie Olivenöl ist das Risiko von Täuschung besonders hoch“, warnt die EU-Abgeordnete Jutta Paulus.

Empfehlungen des Rechnungshofs

Der Bericht des Rechnungshofs endet mit klaren Forderungen an die EU-Kommission: Die Regeln für das Mischen von Olivenölen sollen präzisiert, die Rückverfolgbarkeit verbessert und die Kontrollen auf Pestizidrückstände auch bei Importen aus Drittstaaten verschärft werden. Denn nur so kann der gute Ruf des europäischen Olivenöls bewahrt werden.

Quellen: exxpress.at, orf.at, eca.europa.eu, rnd.de, brf.be
Credits: APA

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