EU streicht Millionen-Förderung für Biennale Venedig wegen Russland-Teilnahme

EU streicht Millionen-Förderung für Biennale Venedig wegen Russland-Teilnahme

Weil Russland heuer erstmals seit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine wieder mit einem eigenen Pavillon bei der Biennale in Venedig vertreten ist, zieht die EU-Kommission nun endgültig ihre finanzielle Unterstützung für die traditionsreiche Kunstausstellung ab.

Die Ankündigung aus Brüssel

„Kultur und Unterstützung dürfen nicht zu Instrumenten der Schönfärberei von Aggression werden“, erklärte EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Montag nach einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Die EU-Kommission stelle daher, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, die Finanzierung der Biennale von Venedig ein. Konkret geht es um Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro, die über drei Jahre verteilt gewährt worden wären.

Der Auslöser: Russlands Rückkehr auf die Weltkunstbühne

Im März hatten die Veranstalter der Biennale mitgeteilt, dass Russland erstmals seit Kriegsbeginn 2022 wieder an der Kunstausstellung teilnehmen darf. Wie Euronews berichtet, war es der Präsident der Biennale-Stiftung, Pietrangelo Buttafuoco, der die Wiedereröffnung des russischen Pavillons bestätigte. Die Entscheidung sorgte in mehreren europäischen Ländern für deutliche Kritik.

Ein Verfahren mit Vorgeschichte

Die nun verkündete endgültige Streichung ist das Ergebnis eines längeren Verfahrens. Bereits im April hatte die EU-Kommission das Verfahren zur Aufhebung der Förderung eingeleitet, im Mai kündigte sie an, die Mittel tatsächlich einstellen zu wollen. Wie Euronews weiter berichtet, äußerte sich Kallas bereits im Vorfeld auf der Plattform X kritisch: Kultur in Europa werde mit Steuergeld finanziert und müsse deshalb demokratische Werte fördern und schützen – Werte, die im heutigen Russland nicht geachtet würden. Nach Prüfung der Antworten der Biennale-Stiftung sprach die Kommission eine Empfehlung an die zuständige EU-Exekutivagentur für Bildung und Kultur aus. Diese Empfehlung ist rechtlich zwar nicht bindend, richtet sich aber an jene Behörde, die letztlich die endgültige Entscheidung trifft – und die sich bereits zuvor für die Kürzung ausgesprochen hatte.

Scharfe Kritik aus Italien

Die Entscheidung stößt insbesondere in Italien auf erheblichen Widerstand. Die rechte Regierungspartei Lega unter Vizepremier Matteo Salvini reagierte mit deutlichen Worten: Die Biennale stehe für Geschichte, Kultur, Kunst, Innovation und Freiheit – Kultur beuge sich nicht Brüsseler Vorgaben, hieß es aus der Partei laut Euronews. Die Lega kündigte zudem an, von der Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu fordern, die von der EU-Kommission gestrichenen Mittel aus dem italienischen Staatshaushalt zu ersetzen.

Weitere Russland-Kritik am Rande des Treffens

Beim selben Außenministertreffen äußerte sich Kallas laut VOL.AT auch kritisch zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), russische Athletinnen und Athleten wieder zu internationalen Wettbewerben zuzulassen – die EU-Außenminister hätten diesen Schritt „aufs Schärfste“ verurteilt, so die EU-Außenbeauftragte.

Eine der ältesten Kunstinstitutionen der Welt

Die Biennale in Venedig zählt zu den traditionsreichsten Kunstveranstaltungen weltweit: Sie findet bereits seit 1895 statt. Die laufende Ausgabe läuft noch bis zum 22. November. Ob und wie die Biennale-Stiftung den nun endgültig entstandenen finanziellen Ausfall kompensiert – etwa durch die von der Lega geforderte nationale Ersatzfinanzierung – ist derzeit offen.

Credits: European Union

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