Die Europäische Union hat ein Hilfspaket in Höhe von 620 Millionen Euro für Syrien angekündigt, das die Jahre 2026 und 2027 abdecken soll. Doch trotz dieser Unterstützung bleibt die wirtschaftliche Lage im Land prekär, und Experten kritisieren, dass die Mehrheit der Bevölkerung kaum von den Geldern profitiert.
Investitionen und wirtschaftliche Herausforderungen
Wie die APA berichtet, hat die syrische Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Sharaa seit ihrer Machtübernahme im Dezember 2024 zahlreiche Reformen eingeleitet, um ausländische Investoren anzulocken. So wurden Investitionsgesetze geändert und eine Investitionsbehörde gegründet, die Transparenz fördern soll. Laut al-Sharaa konnte Syrien in den ersten sechs Monaten nach den Reformen Investitionen im Wert von 28 Milliarden US-Dollar gewinnen. Besonders Unternehmen aus Saudi-Arabien, Katar, der Türkei und den USA zeigen Interesse an Projekten in den Bereichen Infrastruktur, Öl und Gas.
Trotz dieser Fortschritte bleibt die Lebensrealität vieler Syrer schwierig. Der Nahost-Experte Joseph Daher vom Bonn International Centre for Conflict Studies kritisiert, dass die Regierung vor allem auf ausländisches Kapital setzt, während die lokale Bevölkerung kaum profitiert. „99 Prozent der Bevölkerung werden vernachlässigt“, so Daher. Die Lebenshaltungskosten in Damaskus liegen für eine fünfköpfige Familie bei rund 1.000 US-Dollar pro Monat, während der Mindestlohn im öffentlichen Sektor nur etwa 70 US-Dollar beträgt.
Subventionsabbau belastet Bevölkerung
Ein weiterer Kritikpunkt ist der sukzessive Abbau von Subventionen. Bereits unter dem Assad-Regime wurden staatliche Zuschüsse für Brot, Strom und Treibstoff schrittweise reduziert. Die Übergangsregierung hat diesen Kurs fortgesetzt, was zu astronomischen Strompreisen und einer unzureichenden Versorgung geführt hat. Selbst wohlhabende Haushalte haben oft nur zwei bis drei Stunden Strom pro Tag, wie die APA berichtet.
Credits: APA
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