EU hat europaweite Chip-Pflicht beschlossen – vorerst für Haustiere

EU hat europaweite Chip-Pflicht beschlossen – vorerst für Haustiere

Neue Pflichten für Europas Haustierhalter: Das EU-Parlament hat eine weitreichende Verordnung verabschiedet, die künftig eine verpflichtende Mikrochip-Kennzeichnung für alle Hunde und Katzen in der Europäischen Union vorsieht. Ziel ist es, dem illegalen Handel mit Haustieren einen wirksamen Riegel vorzuschieben.

Ob aus dem Tierheim, vom Züchter oder privat gehalten: Künftig muss jedes Haustier in der EU einen Mikrochip tragen, auf dem eine individuelle Nummer gespeichert ist. Diese wird zusammen mit weiteren Daten wie Alter, Herkunft und Halterinformationen in nationalen Datenbanken erfasst und zusätzlich in einer zentralen EU-weiten Datenbank gespeichert.

Auch Tiere aus Drittstaaten sind betroffen: Sie müssen bereits vor der Einreise gechippt sein und innerhalb von 48 Stunden registriert werden.

Übergangsfristen für Tierhalter

Für Tierbesitzer bleibt etwas Zeit zur Umsetzung. Die Verordnung sieht gestaffelte Fristen vor:

  • Hunde müssen innerhalb der nächsten fünf Jahre gechippt und registriert werden,
  • Katzen haben eine Übergangszeit von zehn Jahren.

Für neu angeschaffte Tiere gilt die Pflicht ab Inkrafttreten der Verordnung sofort.

Kampf gegen Tierleid

Die neue Maßnahme richtet sich vor allem gegen den florierenden Schwarzmarkt für Haustiere. In sogenannten „Puppy Farmen“ – meist in Osteuropa – werden Welpen unter katastrophalen Bedingungen gezüchtet, zu jung verkauft und über Hinterhöfe, Online-Plattformen oder Supermarktparkplätze illegal in den Umlauf gebracht.

„Viele dieser Tiere kommen krank, geschwächt und unterversorgt bei ihren neuen Besitzern an – oft sterben sie nach wenigen Wochen“, warnt PETA. Um die Tiere „verkaufsfähig“ zu machen, würden sie mit Medikamenten und Antibiotika behandelt – ein gefährliches Spiel mit dem Leben der Tiere.

Durch den verpflichtenden Chip können Herkunft und Besitzer künftig lückenlos nachvollzogen werden. Das macht nicht nur illegalen Händlern das Handwerk schwerer, sondern stärkt auch den Tierschutz in der gesamten EU.

So funktioniert das Chippen

Das Einsetzen des Mikrochips erfolgt durch den Tierarzt. Der Transponder, kaum größer als ein Reiskorn, wird schmerzfrei mit einer Spritze unter die Haut gesetzt – in der Regel im Nackenbereich. Der Eingriff dauert nur wenige Sekunden und erfordert keine Narkose. Die Kosten pro Tier liegen bei 50 Euro.

Tierschutzorganisationen begrüßen den Beschluss als „lange überfällig“ und sprechen von einem „wichtigen Meilenstein im Kampf gegen Tierleid in Europa“. Auch viele Tierärzte loben die Entscheidung: Sie ermögliche nicht nur mehr Kontrolle über Herkunft und Gesundheitszustand der Tiere, sondern helfe auch dabei, vermisste Haustiere schneller zurückzuführen.

Credit: Privat

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