Vier Jahre blutiger Krieg, vier Jahre Leid und Zerstörung – jetzt platzt unserem Bundespräsidenten der Kragen. In einer emotionalen Videobotschaft findet Alexander Van der Bellen am Jahrestag des russischen Angriffs deutliche Worte und fordert ein sofortiges Ende des Wahnsinns.
Es sind Bilder, die uns seit vier Jahren täglich begleiten: Zerstörte Städte, weinende Mütter, sinnlose Opfer. Genau heute jährt sich der russische Einmarsch in die Ukraine zum vierten Mal. Ein trauriges Jubiläum, das auch in der Hofburg für ernste Mienen sorgt. Bundespräsident Alexander Van der Bellen meldete sich mit einer unmissverständlichen Botschaft zu Wort.
VdB fordert „würdevollen Frieden“
„Das muss enden“, donnert das Staatsoberhaupt in einem Video, das auf diversen Online-Plattformen veröffentlicht wurde. Van der Bellen spricht von „vier Jahren unvorstellbarer Zerstörung, Verlust von Menschenleben und Leiden“. Es sei ein „unerbittlicher Abnützungskrieg“, der Europa in Atem hält. Doch der Präsident belässt es nicht nur bei Bestandsaufnahmen. Er fordert Russland auf, endlich ernsthafte Verhandlungen zu beginnen. Das Ziel müsse ein „würdevoller und nachhaltiger Frieden“ sein. Österreich werde dabei weiterhin fest an der Seite Kiews stehen, versichert der Präsident.
Kickl schießt scharf gegen EU
Ganz andere Töne kommen indes von der FPÖ. Herbert Kickl nutzte den Jahrestag für eine Generalabrechnung mit Brüssel. Wie News.at berichtet, sieht der FPÖ-Chef die EU sogar „politisch und moralisch mitschuldig“ an der Eskalation. Statt Friedensbemühungen hätten die „EU-Eliten“ auf immer schwerere Waffenlieferungen gesetzt. „Von der großen Gründungsidee der EU, Friedensprojekt sein zu wollen, ist nichts mehr übrig“, wettert Kickl in einer Aussendung. Für ihn sind die vergangenen vier Jahre vor allem eines: „sinnloses Sterben“.
Neos-Chefin fordert Härte
Die Neos halten dagegen. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger schlägt in die gleiche Kerbe wie der Bundespräsident. „Heute beginnt das fünfte Jahr des ungerechtfertigten Angriffskrieges“, erklärt sie laut Medienberichten. Es sei unsere Verantwortung, die Ukraine so lange zu unterstützen, bis Russland das „schreckliche Töten“ beende.
Internationaler Druck wächst
Auch auf internationaler Bühne ist die Geduld am Ende. Wie der ORF berichtet, reiste die EU-Spitze rund um Ursula von der Leyen direkt nach Kiew, um Präsident Wolodymyr Selenskyj den Rücken zu stärken. Die Botschaft an Wladimir Putin ist klar: Die EU werde nicht nachgeben. Selenskyj selbst appellierte unterdessen auch an US-Präsident Donald Trump, die Ukraine nicht im Stich zu lassen. In einem Interview zeigte er sich skeptisch, ob Trump genug Druck auf Putin ausübe.
Während die Diplomatie auf Hochtouren läuft, bleibt an der Front die Lage bitterernst. NATO-Generalsekretär Mark Rutte pocht laut ORF auf „wirksame Sicherheitsgarantien“. Ein bloßes Hilfsversprechen beende keinen Krieg.
Quellen: oe24.at, ORF.at, News.at
Credits: APA
Neueste Kommentare