Erste Hinweise um SM-Botschafter schon im September 2024

Erste Hinweise um SM-Botschafter schon im September 2024

Ein ranghoher Botschafter soll einen Sadomaso-Blog betrieben haben – und löst damit einen Skandal aus, der nun Vorwürfe von Vertuschung, gravierenden Sicherheitsmängeln und politischem Schwarzer-Peter-Spiel nach sich zieht. Der Fall des sogenannten „SM-Botschafters“ gewährt einen beunruhigenden Blick hinter die polierte Fassade des Außenministeriums.

Ein Jahr des Schweigens

Die Affäre begann mit einem hochrangigen Diplomaten, der angeblich einen Blog mit SM-Themen betrieb, der auch frauenfeindliche Inhalte aufwies. Laut einem Bericht einer Untersuchungskommission langten erste Hinweise auf dieses explosive Doppelleben bereits im September 2024 im Generalinspektorat des Außenministeriums ein. Wie oe24.at berichtet, dauerte es trotz dieser frühen Warnung fast ein ganzes Jahr, bis Disziplinarmaßnahmen eingeleitet wurden – lange nachdem die Medien den Skandal bereits aufgedeckt hatten. Die Kommission unter der Leitung von Ex-Verteidigungsminister Thomas Starlinger konnte nicht klären, warum es zu dieser massiven Verzögerung kam.

Wusste der Minister Bescheid?

Der brisante Bericht mit dem Titel „Sicherheit und Prozess“ zeichnet ein düsteres Bild der internen Abläufe im Ministerium. Er bemängelt fehlende einheitliche Standards, unklare Berichtspflichten und das Fehlen von Sicherheitsüberprüfungen für hochrangige Mitarbeiter. Noch alarmierender: Der Bericht legt nahe, dass bereits im Dezember 2024 über eine Abberufung des Botschafters diskutiert wurde. Wie oe24.at unter Berufung auf den Bericht meldet, war der damalige Außenminister Alexander Schallenberg über den Vorgang informiert. Der Bericht lässt jedoch die entscheidende Frage offen: Wer hat am Ende die Entscheidung getroffen, den Botschafter auf seinem mächtigen Posten zu belassen?

Ein Einfallstor für Hacker?

Der Skandal wirft auch ernste Fragen zur nationalen Sicherheit auf. Die Untersuchung ging der Frage nach, ob der private Computer des Botschafters das Einfallstor für einen massiven Cyberangriff auf das Außenministerium in den Jahren 2019/2020 gewesen sein könnte. Zwar bestätigt der Bericht, dass der Rechner des Diplomaten zu den kompromittierten Systemen gehörte, doch ein Beweis, dass er der Ausgangspunkt des Angriffs war, lasse sich heute nicht mehr erbringen. Damals stuften die Verantwortlichen ein kompromittiertes Passwort unter 2.400 Nutzern offenbar als „wenig überraschend“ ein und gingen der Spur nicht weiter nach.

Politisches Feuer

Die Opposition ist über die Ergebnisse außer sich. Die FPÖ kritisiert den Umgang mit dem Fall scharf und bemängelt, dass entscheidende Fragen unbeantwortet blieben. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz prangerte die mangelnde Aufklärung an. Wie oe24.at zudem berichtet, kritisierte die freiheitliche Außenpolitik-Sprecherin Susanne Fürst, dass der Botschafter immer noch offiziell im Personalstand des Ministeriums geführt wird. Dieses diplomatische Drama ist noch lange nicht vorbei und hinterlässt eine Spur aus Peinlichkeiten und Misstrauen in einer der wichtigsten Institutionen des Landes.

Credits: APA

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