Erschöpfte Schüler und ein Kollaps im Turnunterricht: Wie das Ramadan-Fasten Wiens Schulen an die Grenzen bringt

Erschöpfte Schüler und ein Kollaps im Turnunterricht: Wie das Ramadan-Fasten Wiens Schulen an die Grenzen bringt

Der heilige Fastenmonat Ramadan stellt den Alltag an vielen Wiener Schulen völlig auf den Kopf. Was früher nur vereinzelte ältere Schüler betraf, ist mittlerweile zu einer massiven Herausforderung für Lehrer und Schulleitungen herangewachsen. Immer mehr Kinder weigern sich strikt, während der Unterrichtszeit zu essen oder zu trinken – mit drastischen gesundheitlichen Folgen.

Zusammenbruch im Turnsaal

Der körperliche Tribut, den der strikte Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit fordert, ist enorm. Viele Schüler sitzen extrem müde, gereizt und völlig unkonzentriert in den Klassenräumen. Die Situation eskalierte kürzlich an einer Wiener Mittelschule drastisch, als ein Schüler wegen des Fastens mitten im Turnunterricht kollabierte.

Lehrer stehen dieser Entwicklung oft machtlos gegenüber. Selbst wenn Pädagogen den erschöpften Kindern Wasser oder im Rahmen einer wöchentlichen Aktion eine gesunde Jause anbieten, wird dies strikt abgelehnt, wie Focus online schildert. Die Situation nimmt teilweise bedenkliche Züge an: Unter den Kindern entsteht regelrecht ein Wettbewerb darüber, wer es länger ohne Essen und Trinken aushält.

Gefährlicher Druck durch Social Media

Einen massiven Anteil an diesem Trend haben soziale Netzwerke. Auf Plattformen wie TikTok oder Instagram rufen religiöse Influencer ganz gezielt Jugendliche dazu auf, sich am Fasten zu beteiligen. Das baut einen enormen Gruppendruck auf dem Schulhof auf. Ältere Schüler fungieren dabei als strenge Vorbilder, und die Jüngeren wollen unbedingt mithalten. Wenn die Schulen dann das Gespräch mit den Lehrern suchen, scheitert der Austausch oft an Sprachbarrieren.

Klare Regeln der Religionsvertreter ignoriert

Dabei ist die religiöse Vorgabe eigentlich eindeutig: Kinder unter 14 Jahren sind vom Fastengebot grundsätzlich ausgenommen. Das bestätigte auch der Zentralrat der Muslime bereits in der Vergangenheit. Die Experten raten höchstens zu einem begleiteten, spielerischen Fasten für wenige Stunden. Die Realität in den Wiener Klassenzimmern sieht jedoch völlig anders aus, da die Kinder ihren erwachsenen Vorbildern nacheifern wollen.

Zwischen Lehrplan und Rücksichtnahme

Für die Lehrkräfte entsteht dadurch ein massiver Zwiespalt. Sie müssen einerseits den Lehrplan durchziehen und Leistungen einfordern, haben aber andererseits völlig erschöpfte Kinder vor sich. Das Fachportal ufuq.de beschreibt, dass Pädagogen oft mit widersprüchlichen Erwartungen kämpfen. Klassenfahrten, Sportfeste oder anspruchsvolle Schularbeiten lassen sich in dieser Zeit kaum noch vernünftig durchführen.

Trotz der lauten Warnrufe aus den Konferenzzimmern gibt man sich bei den offiziellen Stellen gelassen. Die Wiener Bildungsdirektion zeigt sich unbesorgt und versichert, dass die Schulen einen routinierten Umgang mit der Fastenzeit pflegen und bei gesundheitlichen Problemen sofort die nötigen Maßnahmen ergreifen, wie Merkur.de abschließend festhält.

Quellen: exxpress.at, Focus online, Merkur.de, ufuq.de
Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x