Erneutes Skandalurteil: Freispruch trotz SOS-Zeichen eines sechsjährigen Mädchens – Iraker freigesprochen

Erneutes Skandalurteil: Freispruch trotz SOS-Zeichen eines sechsjährigen Mädchens – Iraker freigesprochen

Ein sechsjähriges Mädchen zeigt während einer Polizeikontrolle das internationale SOS-Handzeichen für häusliche Gewalt – ein mutiger Hilferuf, der dennoch nicht zu einer Verurteilung führte. Der Prozess gegen den 39-jährigen Iraker, der beschuldigt wurde, seine Frau und ihre beiden Kinder mit einem Messer bedroht und entführt zu haben, endete mit einem Freispruch. Doch wie konnte es dazu kommen?

Der Vorfall: Ein Unfall deckt alles auf

Am 30. November 2025 ereignete sich ein Verkehrsunfall am Neubaugürtel in Wien. Der 39-jährige Iraker, der keinen Führerschein vorweisen konnte, geriet ins Visier der Polizei. Auf der Rückbank seines Autos saßen seine 34-jährige Frau, ihre sechsjährige Tochter und ein Säugling. Das Mädchen zeigte den Beamten das SOS-Handzeichen, ein international anerkanntes Signal für häusliche Gewalt. Die Polizei nahm den Mann daraufhin fest.

Die Anklage: Schwere Vorwürfe

Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mann seine Frau und die Kinder auf offener Straße abgepasst, mit einem Messer bedroht und gezwungen, in sein Auto zu steigen. Anschließend sei er „wie ein Wilder“ durch Wien gefahren, bis der Unfall die Flucht beendete. Im Auto fanden die Beamten mehrere Messer, eines davon im Kinderwagen. Der Angeklagte erklärte, diese seien „nur für Sandwiches gedacht“.

Der Prozess: Aussageverweigerung und Freispruch

Vor Gericht präsentierte der Angeklagte eine abenteuerliche Version der Ereignisse. Er behauptete, die Familie habe ein harmonisches Leben geführt, und beschuldigte den Ex-Partner seiner Frau, das Mädchen beeinflusst zu haben. Die Frau und das Kind machten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, wodurch frühere Aussagen nicht verwertet werden konnten. Die Richterin betonte, dass sie die Angaben des Angeklagten für „absolut unglaubwürdig“ halte, sah sich jedoch gezwungen, ihn freizusprechen, da keine belastbaren Beweise vorlagen.

Ein Urteil mit Nachhall

Das Urteil ist rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichtete. Es wirft jedoch Fragen auf: Wie kann ein mutiger Hilferuf wie das SOS-Zeichen eines Kindes ins Leere laufen? Und welche Konsequenzen hat dies für den Schutz von Opfern häuslicher Gewalt?

Quellen: exxpress.at, wien.orf.at, kurier.at, krone.at, kleinezeitung.at
Credits: APA

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