Die Erde spuckt wieder Feuer, der Ätna auf Sizilien ist erneut aktiv – nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) wurde bei der aktuellen Eruption eine bis zu sechs Kilometer hohe Aschewolke beobachtet. Und wie viel CO2 stößt dabei der Ätna aus? Die Antwort sagt viel über die Aussagen diverser Klimawandel-Experten.
Der Ätna, Europas aktivster Vulkan, ist wieder in den internationalen Schlagzeilen. Am 2. Juni 2025 registrierte das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) eine neue Phase erhöhter Aktivität, am heutigen Donnerstag folgte eine weitere gewaltige Eruption. Eine Aschewolke stieg bis zu 6,5 Kilometer in den Himmel, begleitet von Lavaströmen und glühenden Gesteinsauswürfen. Die Luftfahrtbehörden erhöhten die Warnstufe für den Flugverkehr rund um den Vulkan.
Doch nicht nur Feuer und Asche sorgen für Aufsehen: Der Ätna gehört auch zu den größten natürlichen Emittenten von Kohlendioxid (CO₂) weltweit. Täglich strömen im Schnitt etwa 16.000 Tonnen CO₂ aus seinem Krater – das entspricht 667 Tonnen pro Stunde.
CO₂-Ausstoß im Vergleich: Der Vulkan und ein kleines Alpenland
Zum Vergleich: Österreich, ein relativ kleines Industrieland mit 9 Millionen Einwohnern, verursachte laut offiziellen Daten im Jahr 2023 insgesamt 61 Millionen Tonnen CO₂ – hauptsächlich durch Energieerzeugung, Verkehr und Industrie.
Das bedeutet:
- Täglich: 167.000 Tonnen CO₂
- Stündlich: etwa 6960 Tonnen CO₂
Der Ätna emittiert somit etwa ein Zehntel (!) der täglichen CO₂-Menge Österreichs – und das kontinuierlich, ohne Verkehr oder Industrie. Seine natürliche Emission macht ihn zu einem bedeutenden Mitspieler im globalen Kohlenstoffkreislauf.
Weltweit stoßen alle aktiven Vulkane zusammengenommen jährlich etwa 200 bis 645 Millionen Tonnen CO₂ aus. Allein die Vulkane tragen somit schätzungsweise ein bis zwei Prozent zur weltweiten CO₂-Emission bei.
Bedeutung für das Klima?
Vulkanische CO₂-Ausbrüche werden als Teil des natürlichen CO₂-Kreislaufs gewertet. Dennoch: Bei großen Eruptionen – wie etwa beim Tambora-Ausbruch 1815 – können Vulkane das globale Klima kurzfristig beeinflussen, wenn auch meist durch Schwefelverbindungen, nicht durch CO₂.
Seit Anfang Juni ist der Ätna wieder aktiv – spektakulär und folgenreich. Der feuerspeiende Berg schleudert nicht nur Lava in den Himmel, sondern pumpt Tag für Tag tausende Tonnen CO₂ in die Atmosphäre. Im Vergleich mit einem ganzen Land wie Österreich wirkt der Ausstoß zunächst gering, ist aber eindrucksvoller Beleg dafür, wie mächtig die Natur selbst in Klimafragen mitmischen kann.
Credit: APA
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