Erneut “Pinker Wirbel”: Wotschke fordert jetzt Flat Tax für alle

Erneut “Pinker Wirbel”: Wotschke fordert jetzt Flat Tax für alle

Kaum war das Wochenende vorbei, schon sorgte Sophie Wotschke für Aufregung. Die NEOS-Abgeordnete, die erst unlängst mit scharfer Kritik an der Diversion für ÖVP-Klubchef August Wöginger Schlagzeilen machte, fordert jetzt in ihrer Rolle als JUNOS-Chefin eine radikale Steuerreform: Eine Flat Tax – und zwar für jedermann, nicht nur für Pensionisten. Ihr Argument: Die aktuelle Steuerprogression “bestraft Leistung” und mache Vollzeitarbeit unattraktiv. Länder wie Estland, Island und Litauen hätten längst bewiesen, dass ein einfaches Steuersystem die Wirtschaft ankurbelt, so Wotschke auf X (ehemals Twitter) und in mehreren Medienstatements (OE24).

Was steht im Regierungsprogramm?

Die Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS will aktuell vor allem eines: “Arbeiten im Alter” fördern. Für Pensionisten, die länger arbeiten und dazuverdienen, soll ab 2026 der Nebenverdienst pauschal mit 25 Prozent besteuert werden – eine sogenannte Flat Tax also, aber eben nur für Seniorinnen und Senioren. Das ist auch so im Regierungsprogramm vorgesehen, wie ein Blick in das ÖGB-Factsheet März 2025 zeigt. Die Maßnahme soll im kommenden Jahr in Kraft treten und die Beschäftigung Älterer attraktiver machen.

NEOS gegen halbe Lösungen

Für die NEOS ist das zu wenig. Schon im Jänner 2025 hatte NEOS-Vizeklubchef Nikolaus Scherak betont: “Eine Flattax rein für Menschen in Pension ist viel zu wenig. Entlastung darf nicht erst in der Pension beginnen.” (zitiert nach OE24). Auch im aktuellen NEOS-Programm fordern die JUNOS explizit ein neues Steuersystem nach Flat Tax-Prinzip (JUNOS).

Geteilte Reaktionen – und offene Fragen

Während die NEOS-Basis jubelt, reagieren andere Parteien und Experten vorsichtiger. Pinker Sozialsprecher Johannes Gasser warnt: “Die Zuverdienstmöglichkeiten dürfen unsere Reformbestrebungen zur Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters nicht konterkarieren.” Es dürfe nicht sein, dass Leute mit Teilpension oder Aufschieber “durch die Finger schauen und weniger haben als diejenigen, die steuerbegünstigt weiterarbeiten” (OE24).

Die Gewerkschaften hingegen befürchten, dass eine Flat Tax vor allem Besserverdiener entlasten würde, während die Schere zwischen Arm und Reich weiter aufgeht. Laut Der Standard profitieren vor allem Pensionisten mit hohem Zuverdienst von der geplanten Flat Tax.

Flattax – ein Erfolgsmodell aus dem Ausland?

Wotschke verweist in ihren Statements immer wieder auf erfolgreiche Beispiele aus Estland, Island und Litauen. Tatsächlich zeigen Analysen, dass Flat-Tax-Modelle in Osteuropa die Wirtschaft häufig belebt und Steuerflucht eingedämmt haben – doch sie sind auch umstritten, weil sie soziale Ungleichheit verschärfen können (JUNOS).

Credits: APA

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