Epstein-Akten: Ein Skandal, der nicht enden will

Epstein-Akten: Ein Skandal, der nicht enden will

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten sorgt für Empörung, Enthüllungen und neue Fragen. Opfer fühlen sich im Stich gelassen, während die Politik sich gegenseitig beschuldigt.

Opfer klagen: „Die Vertuschung geht weiter“

Am Freitag veröffentlichte das US-Justizministerium eine erste Tranche der Akten des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein – und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus. Opfer wie Jess Michaels, eines der frühesten bekannten Opfer Epsteins, kritisierten die Veröffentlichung scharf. „Die Vertuschung geht weiter“, zitiert die „New York Times“ Michaels. Auch andere Frauen wie Marina Lacerda, die Epstein im Alter von 14 Jahren missbraucht haben soll, äußerten sich enttäuscht: „Man hat uns im Stich gelassen.“

Geschwärzte Seiten und fehlende Transparenz

Die Akten, die auf Druck veröffentlicht wurden, sind größtenteils geschwärzt. Laut CBS sind mindestens 550 Seiten vollständig unleserlich. Opfer wie Marijke Chartouni fragen sich: „Wenn alles geschwärzt ist, wo bleibt dann die Transparenz?“ Die „New York Times“ und „Politico“ berichten, dass wichtige Dokumente wie Finanzunterlagen und interne Memos fehlen. Besonders brisant: Eine Datei, die Donald Trump mit Epstein zeigt, soll laut Demokraten kurz nach der Veröffentlichung gelöscht worden sein.

1996: Ein Hilferuf, der ignoriert wurde

Bereits 1996 meldete Maria Farmer, ein weiteres Opfer, Epstein beim FBI wegen Kinderpornografie. Ihre Anwältin Jennifer Freeman erklärte gegenüber der BBC: „Hätte das FBI damals zugehört, hätten über tausend Opfer verschont bleiben können.“ Farmer berichtete, Epstein habe ihr gedroht, ihr Haus niederzubrennen, wenn sie jemanden informiere.

Prominente im Fokus: Clinton, Trump und Co.

Die veröffentlichten Fotos werfen ein grelles Licht auf Epsteins Verbindungen zu den Mächtigen der Welt. Bilder zeigen unter anderem Ex-Präsident Bill Clinton in einem Pool, Donald Trump auf Partys und sogar Microsoft-Gründer Bill Gates. Auch der Philosoph Noam Chomsky und Regisseur Woody Allen tauchen in den Akten auf. Doch während Clinton prominent dargestellt wird, fehlen laut „Guardian“ viele Hinweise auf Trump – ein Umstand, der die Demokraten auf die Barrikaden bringt.

Politischer Zündstoff: Vorwürfe gegen das Justizministerium

Die Veröffentlichung der Akten hat nicht nur Opfer, sondern auch Politiker empört. Demokraten wie Chuck Schumer und Adam Schiff werfen dem Justizministerium vor, gegen das Gesetz zu verstoßen. „Die bloße Veröffentlichung geschwärzter Seiten verstößt gegen den Geist der Transparenz“, so Schumer. Einige Abgeordnete fordern sogar ein Amtsenthebungsverfahren gegen Justizministerin Pam Bondi.


Quellen: ORF, New York Times, BBC, Politico, Guardian

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x