Enthüllungsbericht: Russland soll Schein-Attentat auf Orbán erwogen haben

Enthüllungsbericht: Russland soll Schein-Attentat auf Orbán erwogen haben

Wenige Wochen vor der Parlamentswahl in Ungarn enthüllt die „Washington Post“ brisante Dokumente des russischen Auslandsgeheimdienstes: Moskau soll ein inszeniertes Attentat auf Viktor Orbán erwogen haben – als letztes Mittel zur Machterhaltung.

Das Dokument: „Der Gamechanger“

Wie die Washington Post unter Berufung auf einen von einem europäischen Geheimdienst beschafften und authentifizierten internen SVR-Bericht berichtet, schlug eine Einheit des russischen Auslandsgeheimdienstes im vergangenen Monat eine dramatische Strategie vor: die Inszenierung eines Attentats auf den ungarischen Ministerpräsidenten. Den Plan nannten die Geheimdienstoffiziere intern „the Gamechanger“ – der Wendepunkt.

Die Logik dahinter, wie aus dem Dokument hervorgeht: Ein solcher Vorfall würde den Wahlkampf „aus der rationalen Ebene sozioökonomischer Fragen in eine emotionale verlagern“, mit Staatssicherheit und Systemstabilität als dominierenden Themen. Als Vorbild diente laut Washington Post das tatsächliche Attentat auf Donald Trump im Juli 2024, das dessen Umfragewerte kurzfristig steigen ließ.

Hintergrund: Orbán unter Druck

Der Grund für die Überlegungen des SVR: Orbáns Popularität befindet sich im freien Fall. Wie Euromaidan Press unter Berufung auf eine Median-Umfrage vom Februar 2026 berichtet, liegt die Oppositionspartei Tisza von Peter Magyar bei den sicheren Wählern rund 20 Prozentpunkte vor Orbáns Fidesz. Magyar, ein ehemaliger Parteifreund Orbáns, positioniert sich als Antikorruptions-Reformer.

Die russischen Offiziere stellten in ihrem Bericht fest, dass laut ihren eigenen Erhebungen bereits 52,3 Prozent der Ungarn mit der Lage im Land unzufrieden seien – und dass dieser Unmut nicht nur in den Städten, sondern auch in der traditionell Fidesz-treuen Landbevölkerung überwiege.

Desinformation als Begleitprogramm

Das Fake-Attentat war nicht der einzige geplante Eingriff. Wie die Washington Post weiter berichtet, sollen russische Agenten bereits KI-gestützte Videos produziert haben, die Tisza-Kandidatin Gurzó Mária beschädigen sollten. Gegen den Kandidaten Ervin Nagy wurden demnach gefälschte Behauptungen über häusliche Gewalt verbreitet. Dieses Material wurde laut dem Bericht über ungarische Medien und soziale Netzwerke gestreut.

Kreml dementiert – Budapest schweigt

Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Berichte gegenüber der Washington Post als Desinformation. Orbáns Sprecher Zoltán Kovács antwortete auf Anfragen der Zeitung zu den SVR-Dokumenten, zur russischen Wahleinmischung und zu den Beziehungen Orbáns zu Moskau hingegen gar nicht.

Der frühere stellvertretende ungarische Geheimdienstchef András Telkés zeichnet gegenüber der Washington Post ein klares Bild: In der Regierungspartei herrsche wachsende Panik, und Russland werde alles tun, um Orbán an der Macht zu halten. Ungarn gelte in Moskau schlicht als Teil der eigenen Einflusssphäre.

Die Parlamentswahl in Ungarn findet am 12. April 2026 statt.


Quellen:

  • Washington Post: To tilt Hungarian election, Russians proposed staging assassination attempt (21.03.2026)
  • Euromaidan Press: Russian intelligence planned to stage assassination attempt on Orbán (21.03.2026)
  • oe24.at: Bericht enthüllt russische Pläne für Fake-Attentat auf Orbán (21.03.2026)
  • The New Voice of Ukraine: Washington Post – Russia proposed fake attack on Orbán before Hungary vote (21.03.2026)
  • RBC Ukraine: Russia allegedly planned fake hit on Orbán to sway elections (21.03.2026)

Credits: APA

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