Eklat über den Dächern Salzburgs: Kopftuch-Verbot im „Cool Mama“ sorgt für Empörung

Eklat über den Dächern Salzburgs: Kopftuch-Verbot im „Cool Mama“ sorgt für Empörung

Es sollte ein entspanntes Geburtstagsfrühstück mit Panoramablick werden, doch es endete mit einer bitteren Enttäuschung. Im Salzburger In-Lokal „Cool Mama“ sorgt ein strikter Dresscode derzeit für hitzige Diskussionen. Der Vorwurf: Diskriminierung wegen des muslimischen Kopftuchs. Der Betreiber verteidigt seine Regeln.

Die Aussicht ist atemberaubend, das Ambiente exklusiv – doch wer im Sky-Restaurant des Hotels „Cool Mama“ speisen möchte, muss sich an strenge Regeln halten. Das musste nun eine in Salzburg lebende Muslimin erfahren, die ihren Geburtstag eigentlich hoch über der Stadt feiern wollte. Wie die Salzburger Nachrichten berichtet, wurde der Frau der Zutritt verwehrt. Der Grund: Ihr Hidschab.

Als ihr Ehemann telefonisch einen Tisch reservieren wollte und dabei erwähnte, dass seine Frau ein Kopftuch trage, bekam er laut Schilderung der Betroffenen eine klare Absage. Das Tragen von Kopfbedeckungen sei im Restaurant generell nicht gestattet. Die Frau fühle sich ausgegrenzt und hat mittlerweile sogar die Gleichbehandlungsanwaltschaft eingeschaltet.

„Ich fühle mich diskriminiert“

Der Fall scheint kein Einzelfall zu sein. Wie die Salzburger Nachrichten recherchierten, berichten insgesamt drei muslimische Frauen von ähnlichen Erlebnissen. Ihnen sei entweder am Telefon oder schriftlich mitgeteilt worden, dass sie mit Kopftuch keinen Einlass erhalten würden.

„Ich mag das Restaurant wirklich sehr gerne. Essen und Service sind top. Als mir dann vor Kurzem beim Reservieren gesagt wurde, dass ich mit meinem Hidschab nicht reindarf, habe ich mir gedacht, das kann doch nicht sein“, schildert eine der Betroffenen gegenüber den Salzburger Nachrichten. Eine andere bringt es auf den Punkt: „Ich fühle mich diskriminiert.“ Besonders bitter stößt den Frauen auf, dass ihr religiöses Symbol offenbar mit legerer Freizeitkleidung wie Baseball-Kappen gleichgesetzt wird. Eine Google-Rezension zu dem Vorfall soll laut Angaben einer Betroffenen sogar eine Klagsdrohung des Betriebs nach sich gezogen haben.

Betreiber pocht auf Hausrecht

Das „Cool Mama“ selbst sieht die Sache naturgemäß anders. Auf der Website des Lokals wird unmissverständlich klargemacht: Kopfbedeckungen sowie Sport- und Freizeitbekleidung sind tabu. Auf Anfrage der Salzburger Nachrichten erklärten die Betreiber schriftlich ihr Konzept. Man habe über die Jahre hausinterne Regeln entwickelt, um ein bestimmtes Ambiente sicherzustellen.

„Die Regelungen gelten ausnahmslos für alle Gäste, unabhängig von ihrer Herkunft, religiösen Zugehörigkeit oder Ethnie“, heißt es in der Stellungnahme, die auch exxpress.at zitiert. Die „Ausnahmslosigkeit der Regelung“ sichere die Umsetzung des gastronomischen Konzepts. In der Vergangenheit habe es kaum Diskussionen gegeben, Hinweise auf die Regeln seien meist akzeptiert worden.

Doch die Kritik an der Praxis reißt nicht ab. SPÖ-Gemeinderat Tarik Mete zeigt sich empört: „Religiöse Bekleidung ist kein einfaches Stilelement, sondern eine bewusste Entscheidung, die Menschen auch in ihrem Alltag mittragen. Durch solche Regelungen werden sie ausgeschlossen.“ Er berichtet zudem, dass ihm auch Fälle bekannt seien, in denen einem jüdischen Mann das Tragen der Kippa untersagt worden sei.

In der Salzburger Gastronomie-Szene sorgt der strikte Kurs indes für Verwunderung. Albert Ebner, Fachgruppenobmann in der Wirtschaftskammer, erklärte gegenüber den Medien, dass ihm kein anderer Betrieb bekannt sei, der derartige Regelungen habe, betonte aber gleichzeitig, dass dies grundsätzlich Entscheidung der Betriebe sei.

Quellen: exxpress.at, Salzburger Nachrichten

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x