Eklat bei Netanjahus UNO-Rede: Delegierte verlassen den Saal

Eklat bei Netanjahus UNO-Rede: Delegierte verlassen den Saal

Es war ein denkwürdiger Moment bei der UNO-Generalversammlung: Während Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Rede hielt, verließen dutzende Delegierte demonstrativ den Saal. Der Grund? Netanjahus kompromisslose Haltung gegenüber einem Palästinenserstaat und seine aggressive Kriegsführung im Gazastreifen.

Boykott und Proteste: Leere Sitze als Statement

Noch bevor Netanjahu überhaupt zu sprechen begann, leerten sich die Reihen im Sitzungssaal. Wie die Nachrichtenagentur APA berichtet, wartete der israelische Premier stoisch auf dem Podium, bis die Proteste abklangen. Während einige Delegierte demonstrativ Applaus spendeten, blieben die leeren Sitze ein starkes Symbol für die wachsende Kritik an Israels Vorgehen.

„Purer Wahnsinn“: Netanjahu gegen Palästinenserstaat

In seiner Rede bezeichnete Netanjahu die Idee eines Palästinenserstaates als „puren Wahnsinn“. Er zog einen drastischen Vergleich: „Einen Palästinenserstaat nach dem 7. Oktober zu gründen, wäre wie der Al-Kaida nach dem 11. September einen Staat in der Nähe von New York zu geben.“ Diese Worte sorgten für weitere Unruhe im Saal, doch Netanjahu blieb bei seiner harten Linie.

„Wir bringen euch nach Hause“

Trotz der Proteste richtete Netanjahu emotionale Worte an die Geiseln, die sich noch immer in der Gewalt der Hamas befinden. „Wir vergessen euch nicht, wir bringen jeden von euch nach Hause“, versprach er. Laut israelischen Angaben befinden sich derzeit noch 48 Geiseln im Gazastreifen, die meisten von ihnen seien jedoch tot. Netanjahu betonte, dass Israel die Hamas weiterhin jagen werde, bis alle Geiseln befreit seien.

Kritik an westlichen Staaten

Netanjahu nutzte die Bühne der UNO auch, um westliche Staaten zu kritisieren, die Palästina als Staat anerkannt haben. „Das belohnt den Terrorismus gegen Juden“, erklärte er. Gleichzeitig wies er Vorwürfe zurück, Israel würde die Menschen im Gazastreifen gezielt hungern lassen. „Wenn es an Nahrung fehlt, dann, weil die Hamas diese stiehlt“, so der Premier.

Frieden in Sicht?

Trotz der harten Worte zeigte sich Netanjahu optimistisch, was den Frieden in der Region betrifft. Ein Abkommen mit Syrien sei möglich, und auch den Libanon rief er zu direkten Verhandlungen auf. „Ein Sieg über die Hamas wird den Frieden mit Nationen in der gesamten arabischen und muslimischen Welt ermöglichen“, erklärte er.

Credits: APA

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