Einsamkeit in Österreich: 600.000 Menschen leiden – ein stilles Drama!

Einsamkeit in Österreich: 600.000 Menschen leiden – ein stilles Drama!

Die stille Epidemie der Einsamkeit

Einsamkeit – ein Gefühl, das viele kennen, aber kaum jemand offen anspricht. Doch die Zahlen sind alarmierend: Laut einer Studie der Caritas fühlen sich rund 600.000 Österreicher mehr als die Hälfte ihrer Zeit einsam. Das entspricht etwa jedem 14. Menschen im Land! Besonders erschreckend: Jeder vierte Österreicher wünscht sich mehr soziale Kontakte. Wie die „Salzburger Nachrichten“ berichten, ist Einsamkeit längst nicht nur ein psychisches, sondern auch ein physisches Gesundheitsrisiko.

Einsamkeit macht krank – und das nicht nur seelisch

„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“, heißt es schon in der Bibel. Doch was passiert, wenn Einsamkeit zum Dauerzustand wird? Der Psychiater Stephan Listabarth von der Medizinischen Universität Wien erklärt, dass Einsamkeit ähnlich schädlich sein kann wie Rauchen oder Bewegungsmangel. Das Risiko für Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen steigt, während das Immunsystem geschwächt wird. „Unser Gehirn ist für soziale Netzwerke optimiert“, so Listabarth. Fehlen diese, kommt es zu einer regelrechten Umstrukturierung im Gehirn.

Warum wir Nähe brauchen

Evolutionär gesehen war der Mensch nie ein Einzelkämpfer. „Die Suche nach Nahrung und Schutz vor Gefahren war nur in der Gruppe möglich“, erklärt Listabarth. Dieses Bedürfnis nach Gemeinschaft ist tief in unseren Genen verankert. Doch in einer Welt, die immer digitaler wird, scheint echte Nähe oft auf der Strecke zu bleiben. Soziale Netzwerke bieten zwar scheinbare Verbindungen, doch diese reichen oft nicht aus, um das Gefühl von Einsamkeit zu vertreiben.

Einsamkeit kennt kein Alter

Einsamkeit betrifft alle Generationen. Laut dem Loneliness Report der EU fühlen sich 13 Prozent der Europäer – das sind rund 50 Millionen Menschen – regelmäßig einsam. Besonders ältere Menschen sind betroffen, da ihre sozialen Kontakte oft durch den Verlust von Partnern oder Freunden schrumpfen. Früher lebten Großeltern noch in Großfamilien, heute sind sie oft allein. Doch auch junge Menschen sind nicht immun: Die ständige Nutzung sozialer Medien kann das Gefühl von Isolation sogar verstärken.

Was kann man gegen Einsamkeit tun?

Die gute Nachricht: Einsamkeit ist kein Schicksal, dem man hilflos ausgeliefert ist. In Österreich haben sich zahlreiche Organisationen zusammengeschlossen, um das Problem anzugehen. Ein Zehn-Punkte-Plan fordert unter anderem den Ausbau der psychologischen Versorgung und die Förderung von Freiwilligenarbeit. Eine Plattform gegen Einsamkeit, ins Leben gerufen von Social City Wien, bietet zudem zahlreiche kostenlose Veranstaltungen wie Nachbarschaftstreffen oder Tanzabende an.

Gemeinsam statt einsam

Einsamkeit ist ein Problem, das uns alle betrifft – direkt oder indirekt. Doch es gibt Wege, diesem Gefühl zu entkommen. Ob durch Freiwilligenarbeit, generationenübergreifende Projekte oder einfach ein offenes Ohr für die Menschen in unserer Umgebung: Jeder von uns kann einen Beitrag leisten. Denn das einzig Gute an der Einsamkeit ist, dass man etwas dagegen tun kann.


Quellen: Salzburger Nachrichten, Caritas, Stephan Listabarth (Medizinische Universität Wien).

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x