Einigung in letzter Minute: Sozialwirtschaft bekommt 2,6 Prozent mehr Gehalt

Einigung in letzter Minute: Sozialwirtschaft bekommt 2,6 Prozent mehr Gehalt

Nach zähen Verhandlungen und drohenden Streiks gibt es endlich gute Nachrichten für die 130.000 Beschäftigten im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich: Die Gehälter steigen ab April 2026 um 2,6 Prozent, ab Jänner 2027 um mindestens 2,3 Prozent – abhängig von der Inflationsrate. Das teilten die Gewerkschaften GPA und vida nach 17 Verhandlungsstunden mit.

Streiks abgewendet – ein harter Kompromiss

Die Verhandlungen standen auf Messers Schneide: Streiks waren bereits für Mittwoch bis Freitag geplant. Doch in der Nacht auf Dienstag kam der Durchbruch. „Ohne die starke Mobilisierung in zwei Streikrunden wäre dieser Abschluss nicht möglich gewesen“, betonte Eva Scherz, Chefverhandlerin der GPA. Auch vida-Verhandlerin Michaela Guglberger lobte das Engagement der Beschäftigten: „Angesichts der wirtschaftlichen Situation ist dieser Abschluss das Maximum, das erreicht werden konnte.“

Verbesserungen für Teilzeitkräfte und Eltern

Neben der Gehaltserhöhung wurde ein umfangreiches Rahmenrechtspaket geschnürt. Besonders Teilzeitkräfte profitieren: Wer regelmäßig mehr arbeitet, hat künftig ein Recht auf Aufstockung. Eltern von Kindern mit Behinderung erhalten eine erweiterte Pflegefreistellung, und auch Zivil- und Präsenzdienstzeiten werden künftig als Vordienstzeiten anerkannt. Für geteilte Dienste wird es Betriebsvereinbarungen geben, um bessere Regelungen zu schaffen.

Arbeitgeber: „Keine Luft nach oben“

Die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) zeigte sich zufrieden mit der Einigung, betonte jedoch die schwierige finanzielle Lage. „Dieser Abschluss war nur möglich, weil alle Beteiligten die außergewöhnlich angespannten Rahmenbedingungen anerkannt haben“, erklärte SWÖ-Chefverhandlerin Yvonne Hochsteiner. Die Budgets, die größtenteils von Bund, Ländern und Gemeinden finanziert werden, seien bereits fixiert, was kaum Spielraum ließ.

Ein Abschluss mit Signalwirkung?

Die Verhandlungen, die seit Oktober liefen, endeten mit einem Zweijahresabschluss, der die Versorgungssicherheit gewährleisten soll. Doch Gewerkschaftsvertreterin Scherz machte klar: „Abschlüsse unter der Inflationsrate kommen nach 2027 nicht mehr infrage.“

Quellen: oe24.at, gpa.at, orf.at, kurier.at
Credits: APA

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