Einheitliche Trinkgeldpauschale: Regierung plant bundesweite Regelung

Einheitliche Trinkgeldpauschale: Regierung plant bundesweite Regelung

In Österreich soll die bisher unterschiedliche Behandlung von Trinkgeldern für die Sozialversicherung vereinheitlicht werden. Ein neues Gesetz, das eine bundesweit geltende Pauschale für die Sozialversicherungsbeiträge auf Trinkgelder vorsieht, hat kürzlich den Sozialausschuss passiert.

Bisher uneinheitliche Regelungen

Bislang gab es je nach Bundesland und Branche unterschiedliche Regelungen, was zu Unsicherheit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber führte. Wie oe24.at berichtet, wurde nun im Sozialausschuss mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen ein entsprechender Rechtsrahmen geschaffen. Ab 2026 sollen standardisierte Pauschalbeträge gelten, die sich an Branche, Art der Tätigkeit und dem Ausmaß der Arbeitszeit orientieren. Diese Pauschalen sollen als Obergrenze für die Sozialversicherungsbeiträge auf Trinkgeldeinnahmen dienen. Die Notwendigkeit zur Reform entstand vor allem durch die zunehmende Kartenzahlung, die eine genauere Nachvollziehbarkeit der Trinkgelder ermöglicht und teils zu Nachforderungen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) führte.

Geänderte Beiträge für Beschäftigte

Nach den Vorschlägen der Sozialpartner für das Hotel- und Gastgewerbe ist vorgesehen, dass für Mitarbeiter mit Inkasso die monatliche Pauschale für Sozialversicherungsbeiträge im Jahr 2026 bei 65 € liegt, 2027 auf 85 € steigt und 2028 schließlich 100 € beträgt. Für Personal ohne Inkasso beläuft sich die Pauschale 2026 und 2027 auf jeweils 45 € und steigt 2028 auf 50 €. Ab 2029 sollen die Pauschalen automatisch an die Inflation angepasst werden.

Eine Neuerung betrifft die Auskunftspflicht: Arbeitgeber werden verpflichtet, Beschäftigte über elektronisch erhaltene Trinkgelder zu informieren. Der SPÖ-Abgeordnete Michael Seemayer bezeichnete diese Regelung laut oe24.at als einen wichtigen Fortschritt für Arbeitnehmerrechte.

Unterschiedliche Bewertungen der Reform

Die Koalitionsparteien begrüßten die einheitliche Pauschale als Beitrag zu mehr Rechtssicherheit und Klarheit. Die FPÖ äußerte Kritik an der neuen Regelung. FPÖ-Abgeordneter Peter Wurm kritisierte, dass die Regierung damit in die Einkünfte der Arbeitnehmer eingreife, und auch Dagmar Belakowitsch verwies auf mögliche Ungerechtigkeiten durch eine einheitliche Umsetzung in allen Regionen.

Sozialministerin Korinna Schumann verteidigte das Gesetz als sinnvollen Kompromiss, der wesentliche Klarheit und mehr Transparenz bringe. Sie betonte, dass damit die oftmals kritisierte und unübersichtliche Behandlung von Trinkgeldern in Österreich neu geregelt werde.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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