Während Trump von laufenden Verhandlungen spricht, weist Teheran jede Gesprächsbereitschaft kategorisch zurück. Der Krieg im Nahen Osten tritt in eine neue, diplomatisch verwirrende Phase.
Araqchi stellt klar: Keine Verhandlungen
Am Mittwoch, 25. März, sorgte der iranische Außenminister Abbas Araqchi für eine klare Ansage. Wie vol.at und vienna.at berichten, erklärte er im iranischen Staatsfernsehen: „Wir haben nicht die Absicht zu verhandeln – bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich glaube, dass unsere Haltung vollkommen prinzipientreu ist.“ Wer jetzt über Verhandlungen spreche, gestehe damit eine Niederlage ein, so Araqchi.
Das war eine direkte Antwort auf US-Präsident Donald Trump, der zuvor von einem übermittelten Friedensplan und laufenden Gesprächen gesprochen hatte. Wie Blick.ch und 20 Minuten berichten, hatte Washington über Pakistan einen 15-Punkte-Plan für eine Waffenruhe nach Teheran schicken lassen – der von der iranischen Seite prompt zurückgewiesen wurde.
Trump: „Sie verhandeln, trauen sich aber nicht, es zuzugeben“
Trump ließ sich von den Dementis nicht beirren. Wie der Tagesspiegel berichtet, erklärte er am Mittwochabend bei einem Dinner mit republikanischen Kongressabgeordneten: „Sie verhandeln übrigens, und sie wollen unbedingt eine Einigung erzielen – aber sie trauen sich nicht, das zu sagen, weil sie glauben, dann von ihren eigenen Leuten getötet zu werden.“
Das Weiße Haus drohte gleichzeitig mit weiterer Eskalation. Wie vol.at unter Berufung auf Sprecherin Karoline Leavitt berichtet, werde Trump „härter als je zuvor“ zuschlagen, wenn der Iran die neue Realität nicht anerkenne. „Präsident Trump blufft nicht, und er ist bereit, die Hölle zu entfesseln.“
Irans Militärsprecher spottet: „Trump verhandelt mit sich selbst“
Der iranische Militärsprecher Ebrahim Zolfaghari zog Trumps Verhandlungsbehauptungen in einem Staatsfernsehauftritt ins Lächerliche. Wie Euronews berichtet, fragte er, ob Trump „mit sich selbst verhandle“, und stellte klar: „Jemand wie wir wird sich niemals mit jemandem wie Ihnen einigen. Nicht jetzt. Niemals.“
Die dem Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars legte laut t-online nach: „Der Iran akzeptiert keine Waffenruhe. Grundsätzlich ist es nicht logisch, mit Vertragsbrechern in einen solchen Prozess einzutreten.“
Widersprüchliche Signale aus Teheran
Trotz der öffentlichen Ablehnung gibt es laut Wikipedia auch leise Gegenstimmen innerhalb des iranischen Staatsapparats. Wie Reuters berichtet und der Tagesspiegel zitiert, erklärte ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter, der US-Vorschlag werde noch „geprüft“. Als Bedingung für ein Waffenstillstandsabkommen nannte er außerdem die Einbeziehung des Libanon – konkret einen Stopp der israelischen Offensive gegen die Hisbollah-Miliz, wie sechs mit dem Vorgang vertraute Personen gegenüber Reuters bestätigten.
Wie Wikipedia und Blick.ch berichten, verlangten iranische Stellen zudem Reparationszahlungen, die Anerkennung der iranischen Souveränität über die Straße von Hormus sowie das Ende aller Angriffe als Vorbedingungen für jede Einigung.
Israel beschleunigt Angriffe vor möglicher Waffenruhe
Im Hintergrund laufen die Kampfhandlungen unvermindert weiter. Wie vol.at berichtet, führte die israelische Armee am Donnerstag nach eigenen Angaben „großangelegte“ Angriffe in weiten Teilen des Iran durch, darunter in der Stadt Isfahan. Medienberichten zufolge – so vol.at – versucht Israel, vor einer möglicherweise bald angekündigten US-Waffenruhe noch möglichst viele militärische Erfolge zu erzielen. Israelische Medien nannten den Samstag als möglichen Termin für eine solche Ankündigung.
Wie der Tagesspiegel berichtet, hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius derweil eine deutsche Beteiligung an einer Absicherungsmission in Aussicht gestellt – sollte es zu einer Waffenruhe kommen. Deutschland sei bereit, „jeden Einsatz für eine Absicherung des Friedens“ zu diskutieren, insbesondere zum Schutz des freien Seeverkehrs in der Straße von Hormus.
Quellen:
- vol.at / vienna.at – Iranischer Außenminister Araqchi lehnt US-Verhandlungen ab (26.03.2026)
- Tagesspiegel – „Eingeständnis der Niederlage“: Irans Außenminister bestreitet Verhandlungsabsicht (25.03.2026)
- Euronews – Irans Militärsprecher: Trump „verhandelt mit sich selbst“ (25.03.2026)
- 20 Minuten – Iran-Krieg: Donald Trump beharrt auf Verhandlungswillen des Iran (25.03.2026)
- Blick.ch – USA und Israel greifen Iran an (Liveticker, 25.03.2026)
- t-online.de – „Iran akzeptiert keinen Waffenstillstand“ (25.03.2026)
- taz.de – Nachrichten im Irankrieg: Diplomatisches Ringen um US-Plan (25.03.2026)
- Wikipedia – US-iranische Verhandlungen 2026
Credits: Von Khamenei.ir, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=154501979
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