Einbürgerungen +42 Prozent: Syrer auf Platz eins — das Asyljahr 2015 wirkt nach

Einbürgerungen +42 Prozent: Syrer auf Platz eins — das Asyljahr 2015 wirkt nach

Die neuen Statistik-Austria-Zahlen für das erste Quartal 2026 zeigen einen massiven Anstieg bei Inlandseinbürgerungen. Fast jeder vierte neue Staatsbürger war zuvor Syrer. Was jetzt in der Statistik sichtbar wird, hat seinen Ursprung vor über zehn Jahren.

Inlandseinbürgerungen steigen um 42 Prozent

Wie exxpress unter Berufung auf Statistik-Austria-Daten berichtet, wurden im ersten Quartal 2026 insgesamt 6.641 Personen eingebürgert — um 21,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die eigentliche Brisanz liegt jedoch bei den Inlandseinbürgerungen: Personen mit Wohnsitz in Österreich, die tatsächlich hier leben. Diese Gruppe stieg um 42,4 Prozent auf 4.686 Personen. Gleichzeitig sanken die Auslandseinbürgerungen — von 2.188 auf 1.955 Personen. Der gesamte Zuwachs kommt also ausschließlich aus dem Inland.

Syrien fast jeder vierte neue Staatsbürger

Unter den Inlandseingebürgerten stellen Syrer mit großem Abstand die größte Gruppe. Wie exxpress festhält, wurden im ersten Quartal 2026 insgesamt 1.110 Personen mit bisheriger syrischer Staatsangehörigkeit eingebürgert — das entspricht 23,7 Prozent aller Inlandseinbürgerungen. Damit hat fast jeder vierte neue Staatsbürger mit Wohnsitz in Österreich zuvor einen syrischen Pass gehalten. Auf Platz zwei folgt die Türkei mit 496 Einbürgerungen (10,6 Prozent), dahinter Afghanistan mit 420 (9,0 Prozent), Bosnien-Herzegowina mit 203 (4,3 Prozent) und Iran mit 194 (4,1 Prozent). Mehr als die Hälfte aller Inlandseinbürgerungen — konkret 51,7 Prozent — entfielen auf diese fünf Staaten.

Von 83 auf 3.189: Ein Langfristvergleich

Die Langzeitentwicklung macht das Ausmaß der Verschiebung besonders deutlich. Wie exxpress unter Berufung auf Statistik-Austria-Daten zeigt: 2013 wurden 83 Syrer im Inland eingebürgert, 2015 sogar nur 79. Zehn Jahre später — 2025 — waren es bereits 3.189. Allein im ersten Quartal 2026 wurden 1.110 Syrer eingebürgert, deutlich mehr als der rechnerische Vorjahresschnitt von rund 797 pro Quartal. Seit 2015 hat sich die Zahl syrischer Inlandseinbürgerungen damit ungefähr vervierzigfacht.

Das Asyljahr 2015 holt die Politik ein

Den strukturellen Hintergrund liefert die Migrationsgeschichte. 2015 wurden in Österreich 88.340 Asylanträge gestellt — ein damaliger Höchstwert. Besonders stark betroffen: Syrer und Afghanen. Für eine Einbürgerung in der allgemeinen Schiene sind laut Statistik Austria zehn Jahre rechtmäßiger Aufenthalt nötig, dazu Deutschkenntnisse, gesicherter Lebensunterhalt, Unbescholtenheit und eine Sicherheitsprüfung. Die verkürzten Schienen — etwa nach sechs Jahren bei besonders berücksichtigungswürdigen Gründen — setzen ebenfalls Integrationsnachweis und Einzelfallprüfung voraus.

Die Kohorten aus 2015, 2016 und 2017 erreichen diese Fristen nun schrittweise. Wie exxpress festhält: Was damals als Fluchtbewegung begann, schlägt sich nun statistisch in der Staatsbürgerschaftsstatistik nieder. Und das Ende dieser Entwicklung ist noch nicht erreicht — die späteren Jahrgänge kommen erst.

Zwei Drittel auf Basis eines Rechtsanspruchs

70,8 Prozent der Einbürgerungen im ersten Quartal 2026 erfolgten laut Statistik Austria aufgrund eines gesetzlichen Rechtsanspruchs — also nicht nach Ermessen, sondern weil die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt waren. Besonders stark wuchs die Gruppe jener, die nach mindestens sechsjährigem Aufenthalt aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen eingebürgert wurden: plus 40,8 Prozent auf 2.309 Personen. Ebenfalls deutlich gestiegen sind Familieneinbürgerungen von Ehepartnern und Kindern österreichischer Staatsbürger — ein Plus von fast drei Vierteln auf 1.578 Personen. Rund 22,5 Prozent der neuen Staatsbürger wurden bereits in Österreich geboren.

Credits: APA

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