USA und Iran kurz vor Deal: Atomverzicht, Uran-Transfer — aber Teheran bremst

USA und Iran kurz vor Deal: Atomverzicht, Uran-Transfer — aber Teheran bremst

Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran nehmen konkrete Formen an. US-Präsident Trump behauptet, der Iran habe auf Atomwaffen verzichtet. Teheran sagt: Man prüfe noch. Der Unterschied ist entscheidend.

Trump verkündet Atomverzicht — Iran widerspricht

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus sagte Trump laut oe24 am Mittwochabend: „Der Iran darf keine Atomwaffen haben — und sie haben dem zugestimmt.“ Er bezeichnete die laufenden Gespräche als „sehr gut“ und erklärte, ein Deal sei „sehr wahrscheinlich.“ Noch vor seiner für nächste Woche geplanten Reise nach China könnte eine Einigung stehen — sonst drohte er offen: „Sollten sie nicht zustimmen, beginnen die Bombardierungen, und zwar mit einer viel höheren Intensität als zuvor.“

Teheran sieht das anders. Außenamtssprecher Ismail Baghai wies Berichte über einen bevorstehenden Abschluss laut oe24 als „überzogen“ zurück. Die iranische Nachrichtenagentur ISNA meldete lediglich, ein US-Vorschlag werde derzeit geprüft und die Antwort an den Vermittler Pakistan übermittelt.

Was das 14-Punkte-Memorandum vorsieht

Übereinstimmend berichteten Wall Street Journal, CNN und Axios über den Inhalt des geplanten Abkommens. Es handle sich um ein einseitiges Memorandum of Understanding mit 14 Punkten, das einen Rahmen für 30-tägige Detailverhandlungen schaffe. Die zentralen Elemente laut diesen Berichten: Der Iran übergibt 408 Kilogramm hochangereichertes Uran an die USA — Trump bestätigte auf Nachfrage: „Es geht in die Vereinigten Staaten.“ Teheran verpflichtet sich zu einem Moratorium bei der Urananreicherung und darf keine unterirdischen Nuklearanlagen betreiben. Im Gegenzug heben die USA Sanktionen auf und geben eingefrorene iranische Gelder frei. Die Straße von Hormuz soll schrittweise wieder für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet werden.

Ein pakistanischer Insider bestätigte gegenüber Axios den Stand der Verhandlungen: „Wir werden das sehr bald abschließen. Wir sind nah dran.“

Teheran stellt Bedingungen — und nennt es Kapitulationsdruck

Während Trump optimistisch klingt, warnt der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf laut oe24 vor einer gezielten US-Strategie: Die USA versuchten, den Iran „durch Seeblockade, wirtschaftlichen Druck und Medienmanipulation“ zur Kapitulation zu zwingen. Diese Warnung verdeutlicht, wie die Verhandlungsatmosphäre in Teheran intern wahrgenommen wird — nämlich nicht als Dialog zwischen Gleichgestellten, sondern als Druck eines Stärkeren auf einen Geschwächten.

Märkte jubeln — trotz offener Fragen

Allein die Aussicht auf ein baldiges Kriegsende ließ die Ölpreise laut oe24 weltweit einbrechen und beflügelte die Aktienmärkte. Frankreich verlegte derweil den Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ in Richtung Golf von Aden — ein Signal, dass auch Paris die Entwicklung in der Region genau beobachtet. Die USA erwarten in den kommenden 48 Stunden eine iranische Antwort zu den zentralen Streitpunkten des geplanten Memorandums.

Credits: APA

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