Die Ampelkoalition feiert ihren ersten Geburtstag. Die Umfragen liefern ein maues Geburtstagsgeschenk – die FPÖ bleibt unangefochtene Nummer eins.
Genau ein Jahr nach ihrer Angelobung präsentiert sich die Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS in einer eigentümlichen Lage: nicht mehr ganz so tief im Keller, aber noch weit von echtem Aufwind entfernt. In der aktuellen Lazarsfeld-Umfrage für oe24 (2.000 Befragte vom 16. Februar bis 3. März) legen ÖVP und SPÖ zumindest etwas zu. oe24
FPÖ: Wie eingemauert bei 36 Prozent
Die eigentliche Botschaft der Umfrage ist eine andere. Die FPÖ unter Herbert Kickl steht stabil bei 36 Prozent – das ist zwar nicht ihr Höchstwert, aber eine bemerkenswert konstante Größe. oe24 Zum Vergleich: Bei der Nationalratswahl 2024 hatte die FPÖ knapp 29 Prozent geholt. Wikipedia Seitdem hat sie seither kontinuierlich dazugewonnen.
Christian Stocker und seine ÖVP verbessern sich auf 23 Prozent (+1) und festigen damit Platz zwei – doch der Abstand zur FPÖ beträgt nach wie vor 13 Prozentpunkte. oe24
SPÖ mit kleinem Lebenszeichen vor dem Parteitag
Die eigentliche Überraschung liefert die SPÖ. Die Sozialdemokraten klettern auf 18 Prozent (+2) – das deutlichste Lebenszeichen seit Langem. Zuletzt war die Partei von Andreas Babler auf ein historisches Tief von 16 Prozent abgerutscht. oe24 Ob das Plus von Dauer ist, wird sich zeigen: Am kommenden Samstag steht der SPÖ-Parteitag an.
Den Kontext liefert vienna.at: Die SPÖ verbuchte im ersten Regierungsjahr das größte Minus aller drei Koalitionsparteien – an Zustimmung hat seither nur die Opposition gewonnen. VIENNA.AT
NEOS im Minus, Mehrheit weiterhin fraglich
Wenig erfreulich ist die Lage für die NEOS: Die Pinken rutschen auf 8 Prozent (-1) ab. oe24 Damit bleibt die Gesamtsituation der Koalition angespannt. Wie oe24 bereits im Jänner berichtete, käme die Ampel im Nationalrat nur auf 91 Mandate – für eine Regierungsmehrheit wären aber 92 Sitze nötig. oe24.at
Der breitere Trend ist eindeutig: Seit Herbst 2025 liegt die Koalition im APA-Wahltrend konstant unter der 50-Prozent-Marke. Den Tiefststand verzeichneten ÖVP, SPÖ und NEOS kurz vor Weihnachten mit nur 45,9 Prozent. VIENNA.AT
Was die Zahlen bedeuten
Das kleine Plus für ÖVP und SPÖ mag als Signal der Stabilisierung gelesen werden – mehr aber auch nicht. Die FPÖ bleibt, ein Jahr nach dem gescheiterten Versuch, eine Regierung zu bilden, der klare Profiteur der Lage. Ob die Nahost-Krise der Regierung kurzfristig nützt oder schadet, wird die nächste Erhebung zeigen. Der Parteitag der SPÖ am Samstag könnte ebenfalls Bewegung bringen – in die eine oder andere Richtung.
Credits: APA
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