E-FPÖ-Abgeordneter heuert bei Höckes AfD an

E-FPÖ-Abgeordneter heuert bei Höckes AfD an

Ein politischer Wechsel, der für gehörig Zündstoff sorgt: Hans-Jörg Jenewein, ehemaliger Nationalratsabgeordneter der FPÖ und eine in Österreichs Politiklandschaft umstrittene Figur, hat einen neuen Job. Er ist nun Pressesprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, angeführt vom Rechtsaußen-Politiker Björn Höcke.

Vom Nationalrat ins Nachbarland

Der einst einflussreiche FPÖ-Mann, der unter der türkis-blauen Regierung als Mediensprecher fungierte und in diversen Untersuchungsausschüssen saß, hat damit die politische Bühne gewechselt – von Wien nach Erfurt. Wie oe24.at berichtet, bestätigte Jenewein selbst diese brisante Personalie. „Ja, das stimmt“, sagte er gegenüber der APA und macht damit seine neue berufliche Heimat bei der deutschen AfD offiziell. Eine Partei, deren Thüringer Landesverband vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird.

Schatten der Vergangenheit: Verurteilung und Waffenfund

Doch Jeneweins Karriere ist von schweren Vorwürfen überschattet. Erst im März 2025 wurde er am Wiener Straflandesgericht zu zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt. Die Anklagepunkte: Missbrauch der Amtsgewalt und ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Laut Urteil soll er als Mitglied des BVT-Untersuchungsausschusses eine Mitarbeiterin des damaligen Innenministers Herbert Kickl (FPÖ) angestiftet haben, ihm geheime Berichte zu beschaffen. Obendrein wurde bei einer Hausdurchsuchung ein Schlagring bei ihm gefunden.

Jenewein selbst betont, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist und beim Obersten Gerichtshof liegt. Auch sein neuer Arbeitgeber, die Thüringer AfD, verweist auf das laufende Verfahren. Daniel Haseloff, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, erklärte laut dpa, dass die Verurteilung von Jenewein bestritten werde und die Entscheidung des OGH abzuwarten sei.

Rätsel um FPÖ-Mitgliedschaft

Für zusätzliche Verwirrung sorgt sein Status innerhalb der FPÖ. Während 2022 Gerüchte über seinen Parteiaustritt kursierten, die mit internen Konflikten begründet wurden, stellt die Thüringer AfD die Sache nun anders dar. Laut dpa sei Jenewein nach wie vor Mitglied der FPÖ. Ein politischer Spagat zwischen zwei Parteien, die sich zwar ideologisch nahestehen, aber nun durch eine schillernde Figur wie Jenewein noch enger miteinander verbunden scheinen. Der Skandal-Politiker ist damit nicht nur ein Import aus Österreich, sondern auch ein wandelndes Politikum.

Credits: APA

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