E-Card-Revolution: Alle Befunde sollen künftig digital gebündelt werden

E-Card-Revolution: Alle Befunde sollen künftig digital gebündelt werden

Kein neues Röntgenbild bei jedem Arztbesuch, kein doppeltes Blutbild binnen weniger Wochen: Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) kündigt eine grundlegende Neuerung bei der E-Card an. Im Interview mit „Heute“ spricht er von einer „E-Card-Revolution“, wie Heute.at berichtet.

Alle Befunde auf einen Blick

Konkret soll künftig automatisch gebündelt werden, was heute oft in verschiedenen Arztpraxen und Spitälern verstreut liegt. „Künftig werden automatisch alle Befunde auf der E-Card gebündelt“, erklärte Stocker im „Heute“-Talk. Damit entfällt laut dem Kanzler die Notwendigkeit, bei jeder neuen gesundheitlichen Problematik erneut ein Blutbild, ein Röntgen- oder CT-Bild anfertigen zu lassen, wie Heute.at ausführt. Stocker bezeichnet das als Entlastung gleich in dreifacher Hinsicht: für die Patienten, für das System und finanziell.

Teil eines größeren Reformpakets

Die E-Card-Neuerung ist laut Heute.at Teil eines größeren Bündels an Staatsreformen, das die Regierung in dieser Woche präsentiert hat. Stocker verteidigt das Paket gegen den Vorwurf reiner Inszenierung deutlich: Es handle sich um „einen wirklich großen Schritt zu einem schlanken Staat“, so der Kanzler laut Heute.at. Zentral sei für ihn dabei ein Prinzip: Der Staat müsse für den Bürger da sein, nicht umgekehrt, wie er im Interview betonte.

Telemedizin und Facharztzentren gegen lange Wartezeiten

Dass die gebündelten Befunde allein die angespannte Versorgungslage nicht lösen, räumt Stocker im Gespräch mit Heute.at selbst ein. Um Wartezeiten auf Facharzt-, OP- oder MRT-Termine zu verkürzen, sollen zusätzlich Telemedizin, Primärversorgungszentren und Facharztzentren ausgebaut werden – mit dem erklärten Ziel, die Spitäler zu entlasten, wie aus dem Interview hervorgeht.

Ärztemangel bleibt Streitpunkt

Auf die Frage, woher angesichts des bestehenden Ärztemangels die zusätzlichen Mediziner für diese neuen Strukturen kommen sollen, verweist Stocker laut Heute.at nicht auf zu geringe Ausbildungskapazitäten. Das Problem liege vielmehr darin, dass viele Absolventen nach dem Studium ins Ausland gehen oder in anderen Bereichen arbeiten würden.

Weitere Ankündigungen im Gespräch

Neben der Gesundheitsreform äußerte sich Stocker im selben Interview auch zu anderen Themen. Bei der geplanten bundesweiten Vereinheitlichung der Jugendschutzzeiten sprach er sich für einen einheitlichen Zapfenstreich um ein Uhr für unter 16-Jährige aus, wie Heute.at berichtet. Im Asylbereich sieht er unter Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) einen „Paradigmenwechsel“ erreicht, mit mittlerweile mehr Abschiebungen als Asylanträgen. An einer Reform der Sozialhilfe werde laut Stocker „mit Hochdruck“ gearbeitet.

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