Die Zahlen sind eindeutig, und sie schmerzen: Österreichs Staatsschulden haben erstmals die Marke von 430 Milliarden Euro durchbrochen. Wie Heute.at berichtet, entspricht das umgerechnet rund 46.800 Euro pro Kopf – Baby und Greis mitgerechnet.
Erstmals über 430 Milliarden Euro
Grundlage der Meldung sind aktuelle Daten der Statistik Austria: Zwischen Ende 2025 und Ende März 2026 stieg der öffentliche Schuldenstand um 13,3 Milliarden Euro auf insgesamt 431,4 Milliarden Euro, wie Heute.at unter Berufung auf die Behörde vorrechnet. Das öffentliche Defizit im ersten Quartal lag bei 7,3 Milliarden Euro beziehungsweise 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – mehr als das Doppelte der von den Maastricht-Kriterien erlaubten Defizitgrenze von drei Prozent. Bei rund 9,22 Millionen Einwohnern ergibt das laut Heute.at eine rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 46.800 Euro.
Der Bund ist der Haupttreiber
Für den Großteil des Anstiegs ist laut Statistik Austria der Bund verantwortlich: Allein hier kamen 14,1 Milliarden Euro an neuen Verbindlichkeiten hinzu. „Hier wurden zum einen neue Schulden aufgenommen, um das laufende Defizit zu finanzieren, aber auch, um die Einlagen stark zu erhöhen“, erklärte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria, in einer Aussendung, wie auch SN.at berichtet. „Mit dieser Reserve stellt der Bund vorsorglich Liquidität sicher“, so Lenk weiter. Bei den Bundesländern stiegen die Schulden im gleichen Zeitraum moderater um 0,7 Milliarden Euro, bei den Gemeinden um 0,2 Milliarden Euro.
Schuldenquote springt auf 83,5 Prozent
Auch im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung zeigt sich der Trend deutlich: Die Schuldenquote kletterte von 81,5 Prozent Ende 2025 auf nun 83,5 Prozent, wie aus der Mitteilung der Statistik Austria hervorgeht, über die auch news.ORF.at berichtet. Eine Ausnahme bilden die Sozialversicherungen: Sie konnten ihre Verbindlichkeiten reduzieren – allerdings mahnt die Statistik Austria zur Vorsicht, da es hier unterjährig regelmäßig zu starken Schwankungen durch kurzfristige Finanzierungen kommt.
Politische Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten
Wenig überraschend nutzt die Opposition die Zahlen für scharfe Kritik an der Regierung. FPÖ-Budgetsprecher Arnold Schiefer sprach laut einer Aussendung seiner Partei von einer „Schuldenexplosion“, die den „finanzpolitischen Irrweg der schwarz-rot-pinken Regierung“ belege. Ein Defizit von 5,8 Prozent des BIP zeige die verfehlte Finanzpolitik der Koalition, so Schiefer.
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