Die Lage spitzt sich zu: Sollte der Iran-Krieg weiter andauern, droht ab Ende April eine ernsthafte Spritknappheit in Österreich. Experten und Politiker schlagen Alarm und fordern schnelles Handeln. Doch was bedeutet das für uns alle?
Experten warnen: „Der globale Wettbewerb um Rohöl wird härter“
Laut dem Mineralölverband Fuels und Energie könnte die Blockade der Straße von Hormus die Versorgung Europas massiv beeinträchtigen. Ein Sprecher erklärte gegenüber der „Rheinischen Post“, dass sich der globale Wettbewerb um Rohöl und Mineralölprodukte verschärfen werde. Auch die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht schwarz: „Ein Spritmangel Ende April ist realistisch, wenn der Krieg anhält.“
Österreichs Energieminister: „Wir müssen vorbereitet sein“
Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) zeigt sich besorgt. „Wenn sich die internationale Lage weiter verschärft, müssen wir bereit sein, weitere Schritte zu setzen“, so sein Büro gegenüber oe24. Um vorbereitet zu sein, hat er die Freigabe von 65.000 Tonnen Rohöl aus den strategischen Reserven angeordnet – genug für drei Tage. Insgesamt verfügt Österreich über fast drei Millionen Tonnen Rohöl als Reserve.
Was jetzt getan werden muss: Experten fordern Maßnahmen
VCÖ-Experte Christian Gratzer fordert Unternehmen und Staat auf, aktiv zu werden. „Öffi-Tickets, Fahrgemeinschafts-Apps und Fahrradförderung müssen jetzt Priorität haben“, betont er gegenüber oe24. Auch Park&Ride-Angebote und das Klimaticket könnten helfen, den Verbrauch zu senken. Gratzer appelliert zudem an die Bevölkerung: „Kurzstrecken zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen – das spart nicht nur Sprit, sondern auch Geld.“
Tempolimit als freiwillige Maßnahme
Ein Tempolimit könnte laut Gratzer den Verbrauch um bis zu 23 Prozent senken. „Wer statt 130 km/h nur 100 km/h fährt, spart bares Geld“, erklärt er. Das Umweltbundesamt bestätigt: Auf 100 Kilometern könnten so bis zu 46 Cent pro Liter gespart werden. Autofreie Tage sind derzeit kein Thema, könnten aber bei einer Verschärfung der Lage unausweichlich werden.
Quellen: oe24.at, Rheinische Post
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