Doskozil meldet sich aus Klinik — und schießt gegen die eigene Partei

Doskozil meldet sich aus Klinik — und schießt gegen die eigene Partei

Noch im Krankenhaus, noch in der Genesung — und dennoch lässt Hans Peter Doskozil kein gutes Haar an der Bundesregierung seiner eigenen Partei. Der burgenländische Landeshauptmann findet deutliche Worte.

Elfter Eingriff — diesmal mit dauerhafter Lösung

Wie der ORF Burgenland, salzburg24.at und heute.at berichten, unterzog sich Doskozil kurz vor Ostern am Universitätsklinikum Leipzig seinem bereits elften operativen Eingriff am Kehlkopf. Diesmal mit einem entscheidenden Unterschied: Der Kehlkopf wurde vollständig entfernt und durch eine Stimmprothese ersetzt — ein kleines Ventil zwischen Luft- und Speiseröhre, das mit entsprechendem Training eine stabile Stimmbildung ermöglicht. Sein behandelnder Arzt Professor Andreas Dietz sprach laut burgenland.ORF.at von einer Befreiung von der langjährigen chronischen Erkrankung und zeigte sich optimistisch: Doskozil werde nach einer Regenerationsphase voraussichtlich sogar besser sprechen können als zuletzt. Ohne Kehlkopf, so schreibt Doskozil selbst, habe er nun endlich wieder keine Atemnot mehr in normalen Alltagssituationen.

Kein Gedanke ans Aufhören

Während seiner Genesung in Leipzig bezog Doskozil, wie oe24 berichtet, klare Position: An ein Ende seiner politischen Karriere denke er keinen Moment. Ganz im Gegenteil — ein aktueller Vorgang aus Wien motiviere ihn geradezu zum Weitermachen.

Frontaler Angriff auf SPÖ-Gesundheitsministerium

Auslöser für den Ausbruch aus der Klinik ist ein konkreter Streit um die Herzchirurgie in Oberwart. Laut oe24 wurde durch das Gesundheitsministerium — geführt von einer SPÖ-Ministerin und einer SPÖ-Staatssekretärin — Einspruch gegen den Bewilligungsbescheid der burgenländischen Herzchirurgie in Oberwart erhoben. Für Doskozil ist das der Beweis einer Politik, gegen die er ankämpfen will. Er spricht von „inhaltsleerer und konzeptloser Politik“ und legt nach: Die Herzchirurgie in Oberwart werde es noch geben, wenn diese Bundesregierung längst Geschichte sei.

Der Konflikt zwischen dem burgenländischen Landeshauptmann und der Bundespartei unter Vizekanzler Andreas Babler schwelt seit Jahren. Doskozil steht für einen pragmatischeren, wirtschaftsnahen Kurs und hat die Parteilinie unter Babler schon mehrfach offen kritisiert. Dass er diese Kritik nun direkt aus dem Krankenbett in Leipzig erneuert, unterstreicht einmal mehr, wie tief der Graben zwischen Wien und Eisenstadt ist.

Credits: APA

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