In der SPÖ brodelt es gewaltig. Wie aus dem Umfeld von Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zu hören ist, gefällt ihm die Performance von Vizekanzler und Parteichef Andreas Babler überhaupt nicht. Die jüngsten Umfragen, die Babler bei mageren 19 Prozent verorten, liefern Doskozil zusätzliches Futter für seine Kritikerrolle – und nähren Spekulationen über einen bevorstehenden neuen Machtkampf.
Schon vor Monaten versuchte Politberater Rudi Fussi, Babler aus dem roten Chefsessel zu drängen. Damals noch ohne durchschlagenden Erfolg. Doch jetzt scheint ein zweiter Großangriff hinter den Kulissen Form anzunehmen – diesmal orchestriert von Doskozil, der in der Partei längst als mächtigster Gegenspieler gilt und auch die internen Parteizirkel und Geheimlogen offen kritisiert.
Unterstützung könnte er dabei nicht nur aus dem eigenen Lager im Burgenland erhalten. Auch Ex-Bundesgeschäftsführer Max Lercher sowie einflussreiche SPÖ-Granden aus Kärnten und Salzburg sollen sich für eine neue Linie starkmachen. Eine Linie, die stärker auf klassische Parteiarbeit und Machtpolitik setzt – und weniger auf Bablers bisherige tollpatschige Bussibär Inszenierung.
Dazu kommt: Doskozil verfügt über enge Kontakte in Medienkreise und ein bestens vernetztes Umfeld, das ihm im richtigen Moment Rückendeckung verschaffen dürfte. Beobachter sind sich einig: Es ist nicht mehr die Frage, ob Doskozil den Kurswechsel in der Löwelstraße einleitet – sondern nur mehr wann.
Credits: APA
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