Dornauer nach SPÖ-Rauswurf im Kampfmodus

Dornauer nach SPÖ-Rauswurf im Kampfmodus

Es ist der vorläufige Höhepunkt eines Polit-Dramas, das Tirol erschüttert: Georg Dornauer, einst strahlender Vize-Landeshauptmann und SPÖ-Chef, wurde von seiner eigenen Partei vor die Tür gesetzt. Doch anstatt sich geschlagen zu geben, geht der Rebell jetzt erst recht in die Offensive.

Der tiefe Fall des roten Hoffnungsträgers

Noch vor einem Jahr schien Dornauers Karriere unaufhaltsam. Doch dann, so berichtet oe24.at, wurde ihm ein Jagd-Foto an der Seite des mittlerweile pleitegegangenen Signa-Gründers René Benko zum Verhängnis. Er musste seine Spitzenämter aufgeben, blieb aber einfacher Abgeordneter im Tiroler Landtag. Diese Woche folgte der endgültige Bruch: Sowohl der SPÖ-Landtagsklub als auch die Partei selbst schlossen ihn aus. Der Grund: ein angeblicher „Koalitionsbruch“.

Streit um „Übergewinne“ brachte das Fass zum Überlaufen

Was war passiert? Dornauer hatte im Landtag einen Antrag eingebracht, der die Rückzahlung von „Übergewinnen“ des Landesenergieversorgers Tiwag an die Bürger forderte. Eine zutiefst sozialdemokratische Forderung, wie Dornauer findet. Via Instagram rechnete er vor, dass die Tiwag ihren Gewinn von durchschnittlich 100 Millionen Euro auf satte 380 Millionen Euro im Jahr 2024 gesteigert habe. Den daraus resultierenden „Übergewinn“ von rund 280 Millionen Euro wollte er an die teuerungsgeplagten Haushalte zurückgeben.

„Dass man einen ursozialdemokratischen Antrag mit einem Ausschluss quittiert, stimmt nachdenklich“, so Dornauer in seinem Statement, das auf oe24.at zitiert wird. Er habe monatelang intern für diese Lösung gekämpft, doch am Ende habe die SPÖ ein „Wischiwaschi-Papier“ vorgelegt, das der Logik der ÖVP folge und keine echten Rückzahlungen vorsehe.

Harte Abrechnung mit der Ex-Partei

Dornauer weist den Vorwurf, die Koalition gefährdet zu haben, scharf zurück. Sein Antrag sei ihm ein „echtes Anliegen“ gewesen. Nun teilt er kräftig gegen seine ehemalige politische Heimat aus: „Parteidisziplin ist kein Wert an sich, schon gar nicht, wenn dadurch sozialpolitische Klarheit verhindert wird“, erklärt der Geschasste. Wer ihn deshalb ausschließe, sende das Signal: „Nicht anecken – auch wenn es die Menschen kostet“.

Und was kommt jetzt?

Ans Aufhören denkt der streitbare Politiker aber noch lange nicht. Er kündigte an, als „freier Abgeordneter“ weiterzumachen und die Arbeit der ÖVP-SPÖ-Regierung genau zu kontrollieren. Seine Verantwortung sehe er nun direkt bei den Wählern, die ihm ihre Stimme gegeben haben. Eines ist klar: Mit diesem Rebell im Landtag wird es für die Tiroler Regierungskoalition sicher nicht ruhiger.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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