Donald Trump holt Wladimir Putin in seinen umstrittenen Gaza-Friedensrat

Donald Trump holt Wladimir Putin in seinen umstrittenen Gaza-Friedensrat

US-Präsident Donald Trump hat Russlands Staatschef Wladimir Putin offiziell eingeladen, Teil seines neuen „Friedensrats“ für den Gazastreifen zu werden. Wie das Präsidialamt in Moskau am Montag bestätigte, liegt die Einladung auf dem Tisch. Der Kreml zeigt sich nicht abgeneigt und prüft das Angebot, wie Reuters berichtet. Man hoffe nun auf baldige Kontakte mit Washington, um die Details zu klären.

Ein exklusiver Klub für eine Milliarde Dollar?

Doch es ist nicht nur Putin, den Trump in sein neues Gremium holen will. Insgesamt 60 Staats- und Regierungschefs haben Post aus dem Weißen Haus erhalten. Darunter befinden sich prominente Namen wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi, Argentiniens Präsident Javier Milei und der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán. Auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz steht auf der Gästeliste, wie die Welt und das Handelsblatt übereinstimmend melden.

Brisant sind vor allem die Konditionen, die in dem Einladungsschreiben skizziert werden. Wie die „Times of Israel“ unter Berufung auf einen Entwurf der Charta berichtet, sieht eine Mitgliedschaft die Zahlung von stolzen einer Milliarde Dollar vor – umgerechnet rund 860 Millionen Euro. Dafür erkaufen sich die Staaten eine permanente Mitgliedschaft in dem Rat, der den Friedensprozess und den Wiederaufbau in Gaza überwachen soll. Wer nicht zahlt, fliegt nach drei Jahren wieder raus. Trump selbst soll den Vorsitz führen – und zwar auf Lebenszeit, wenn es nach dem Entwurf geht.

Weltweite Skepsis und Kritik

Die Reaktionen auf diesen Vorstoß fallen weltweit gemischt bis frostig aus. Während Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew die Einladung bereits dankend angenommen hat, herrscht in vielen westlichen Hauptstädten Zurückhaltung. Kritiker sehen in dem „Friedensrat“ eine direkte Konkurrenz zu den Vereinten Nationen. Ein EU-Diplomat bezeichnete das Vorhaben gegenüber Reuters spöttisch als eine Art „Klub-Mitgliedschaft“, bei der Trump nach Gutsherrenart entscheide.

Auch die deutsche Außenministerin und derzeitige Präsidentin der UNO-Generalversammlung, Annalena Baerbock, fand deutliche Worte. Es sehe so aus, als würde das Vorhaben die UN untergraben. „Und wenn wir das infrage stellen, fallen wir zurück in sehr, sehr dunkle Zeiten“, warnte sie laut Die Presse. Selbst in Israel regt sich Widerstand: Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte, die Zusammensetzung eines separaten Exekutivkomitees sei nicht mit Israel abgestimmt und widerspreche der eigenen Politik.

Großbritannien zeigt sich offen

Überraschend offen zeigte sich hingegen Großbritannien. Premierminister Keir Starmer erklärte auf einer Pressekonferenz, sein Land sei bereit, eine Rolle in der zweiten Phase des Waffenstillstands in Gaza zu spielen. Man sei mit Verbündeten bereits im Gespräch über die Bedingungen. Auch der kanadische Regierungschef Mark Carney signalisierte prinzipielle Zustimmung, betonte aber, dass Details noch ausgearbeitet werden müssten.

Quellen: oe24, Die Presse, ORF, Handelsblatt, Welt, Tagesspiegel, Reuters, Times of Israel

Credits: APA

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