Tirols Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ) hat eine Debatte angestoßen, die für viele Autofahrer brisant ist: Die allgemeine 0,5-Promillegrenze im Straßenverkehr könnte gesenkt werden. Bei einer Pressekonferenz in Innsbruck erklärte Zumtobel, dass das Thema zwar auf Bundesebene entschieden werde, er jedoch eine Diskussion auf allen Ebenen für „begrüßenswert“ halte.
Steigende Unfallzahlen alarmieren
Die Bilanz der Verkehrspolizei für 2025 zeigt eine besorgniserregende Entwicklung: Die Zahl der Verkehrstoten in Tirol stieg von 32 im Jahr 2024 auf 43 im Jahr 2025. Auch die Unfälle mit Verletzten nahmen zu – von 3.995 auf 4.084. Landespolizeidirektor Helmut Tomac betonte, dass Unachtsamkeit und Ablenkung am Steuer mit 35 Prozent die Hauptursachen seien, gefolgt von überhöhter Geschwindigkeit. Alkohol und Drogen am Steuer rangieren weiterhin auf Platz drei der Unfallursachen.
Verkehrssicherheitsstrategie: Ambitionierte Ziele bis 2034
Die Tiroler Behörden setzen auf eine umfassende Verkehrssicherheitsstrategie, die bereits 2024 in Kraft trat. Ziel ist es, die Zahl der Verkehrstoten bis 2034 um 50 Prozent zu reduzieren. „Das ist ambitioniert, aber nicht unmöglich“, so Tomac. Ein zentraler Fokus liegt auf der Bekämpfung von Alkohol und Drogen am Steuer. Enrico Leitgeb, Leiter der Landesverkehrsabteilung, berichtete, dass 2024 über 200.000 Alkoholtests durchgeführt wurden, wobei in 3.557 Fällen eine Beeinträchtigung festgestellt wurde.
Sensibilisierung und gesellschaftliche Debatte gefordert
Zumtobel betonte, dass die Diskussion um die Promillegrenze nicht nur den Straßenverkehr betreffen dürfe. „Es braucht eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Alkohol und eine stärkere Sensibilisierung“, erklärte er. Die kürzlich eingeführte 0,5-Promillegrenze für E-Scooter-Fahrer sei ein erster Schritt in die richtige Richtung.
JUNOS fordern bessere Alternativen
Die Tiroler JUNOS unterstützen die Kampagne gegen Alkohol am Steuer, kritisieren jedoch die fehlenden Alternativen im Nachtverkehr. „Nach dem Feiern sicher nach Hause zu kommen, ist in vielen Teilen Tirols immer noch eine Herausforderung“, so Susanna Riedlsperger, Landesvorsitzende der JUNOS. Sie plädieren für einen Ausbau von Nightlinern, um Jugendliche unabhängiger von sogenannten „Helden der Nacht“ zu machen – jenen, die nüchtern bleiben, um ihre Freunde sicher nach Hause zu fahren.
Sicherheit auf E-Bikes und E-Scootern im Fokus
Ein weiteres Anliegen der Tiroler Behörden ist die Sicherheit von E-Bike- und E-Scooter-Fahrern. Laut Bernhard Knapp, Leiter der Landesverkehrsabteilung, tragen nur zehn Prozent der Scooter-Fahrer Helme. Eine geplante Kampagne soll 2026 auf die Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen aufmerksam machen.
Quellen: oe24.at, noen.at, junos.at
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