Diplomatie unter Palmen: Meinl-Reisinger auf Kaffeekränzchen in Kolumbien

Diplomatie unter Palmen: Meinl-Reisinger auf Kaffeekränzchen in Kolumbien

Während in Österreich die Bürger über hohe Kosten stöhnen, gönnt sich Außenministerin Beate Meinl-Reisinger einen Ausflug der besonderen Art. Ziel der Reise: Kolumbien. Offiziell, um am EU-Gipfel teilzunehmen. Doch abseits des diplomatischen Parketts stand ein Programmpunkt, der für hochgezogene Augenbrauen sorgt: ein Besuch auf einer Kaffeeplantage. Natürlich alles auf Kosten der Steuerzahler.

Von der Sierra Nevada direkt ins Kreuzfeuer der Kritik

Gemeinsam mit ihrem tschechischen Amtskollegen Jan Lipavský jettete die Ministerin nach Südamerika. Dort zeigte sie sich, wie die Zeitung Heute zitiert, von dem mehrtägigen Treffen als „vollem Erfolg“ begeistert. Man habe ein „starkes Fundament“ für die Partnerschaft geschaffen. Doch was nach wichtiger Staatskunst klingt, bekommt durch einen Abstecher in die Sierra Nevada de Santa Marta einen bitteren Beigeschmack.

Dort besuchte Meinl-Reisinger eine Kaffeeplantage, ein Projekt, das laut der Ministerin ein „beeindruckendes Beispiel für Wandel“ sei. Das von Österreich mitfinanzierte Programm helfe der lokalen Bevölkerung, eine „legale und nachhaltige Alternative zum Drogenanbau“ zu finden. Ein nobler Gedanke, doch die Bilder der Ministerin zwischen Kaffeesträuchern wirken angesichts der Kostenexplosion ihrer Reisetätigkeit befremdlich.

261.000 Euro für Reisen in nur drei Monaten

Wie exxpress.at berichtet, sorgt vor allem die finanzielle Seite für Empörung. Innerhalb von nur drei Monaten sollen für die Reisen der Außenministerin sage und schreibe 261.000 Euro an Steuergeldern geflossen sein. Eine Summe, die bei vielen Bürgern die Frage aufwirft, ob solche teuren Fernreisen wirklich notwendig sind, während im eigenen Land der Sparstift angesetzt wird.

Die Opposition läuft Sturm gegen die Ausgaben, doch Meinl-Reisinger verteidigt ihre Diplomatie-Touren vehement. „Nur, wenn wir international gut vernetzt sind, können wir erfolgreich sein“, erklärt sie. Diese Beziehungen würden sich „in jeder Hinsicht auszahlen“. Ob der Besuch einer Kaffeeplantage dazugehört, bleibt fraglich.

Zurück in der Heimat wartet der Alltag

Nach ihrer Rückkehr am Mittwoch geht es für die Ministerin direkt weiter im politischen Alltag. Am Freitag steht bereits die Landeshauptleute-Konferenz in der Steiermark an. Die Debatte über ihre Reiselust dürfte sie jedoch noch eine Weile begleiten. Am Ende bleibt die Frage, was dem österreichischen Steuerzahler ein Foto von der Außenministerin auf einer Kaffeeplantage wirklich wert ist.

Credits: APA

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