Im Wirtschaftsjahr 2025 ist die Zahl der Firmeninsolvenzen in Österreich weiter gestiegen. Laut dem Gläubigerschutzverband KSV1870 mussten 6.857 Unternehmen Insolvenz anmelden, was einem Anstieg von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Durchschnitt bedeutete das, dass täglich 19 Betriebe von einer Insolvenz betroffen waren.
Signa-Imperium dominiert das Pleiten-Ranking
An der Spitze der größten Insolvenzen steht laut Heute.at die Signa-Gruppe. Die Signa Prime Capital Invest aus Wien weist dabei mit 870 Millionen Euro an Verbindlichkeiten die höchste Passiva auf. Auch weitere Gesellschaften aus dem ehemaligen Benko-Imperium, wie die Herkules Holding mit 710 Millionen Euro, gehören zu den größten Insolvenzfällen des Jahres.
Auch abseits von Signa waren 2025 mehrere bekannte Unternehmen von Insolvenzen betroffen. Die SÜBA AG, ein bedeutender Bauträger, meldete mit Verbindlichkeiten in Höhe von 200 Millionen Euro Insolvenz an. Ebenso waren die Erste Wiener Hotel Aktiengesellschaft sowie das Wiener Grand Hotel mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert und gingen mit Millionenschulden in Konkurs.
Die 13 größten Firmenpleiten 2025 im Überblick:
- Signa Prime Capital Invest, Wien: 870 Millionen Euro
- Herkules Holding, Innsbruck: 710 Millionen Euro
- Herkules Finance Holding, Innsbruck: 257 Millionen Euro
- SPS Primus Holding, Wien: 238 Millionen Euro
- SÜBA AG, Wien: 200 Millionen Euro
- Erste Wiener Hotel Aktiengesellschaft, Wien: 200 Millionen Euro
- Julius Stiglechner, Linz: 166 Millionen Euro
- ESIM Holdings & Management Services, Linz: 150 Millionen Euro
- Signa Prime 2014 Eins, Wien: 150 Millionen Euro
- Klemens Hallmann, Wien: 119 Millionen Euro
- ESIM Chemicals, Linz: 118 Millionen Euro
- Upper Zeil Beteiligungs Holding, Wien: 118 Millionen Euro
- Grand Hotel, Wien: 118 Millionen Euro
Private Haushalte halten sich noch über Wasser
Im Bereich der Privatkonkurse blieb die Zahl der Verfahren laut KSV1870 im Jahr 2025 weitgehend stabil. Es wurde ein leichter Anstieg von 0,2 Prozent auf insgesamt 8.840 Verfahren verzeichnet. Allerdings stiegen die durchschnittlichen Schulden pro Schuldner deutlich an und lagen bei etwa 133.000 Euro. Für diesen Anstieg sind hauptsächlich einige wenige große Fälle, wie beispielsweise der Fall Grasser, verantwortlich.
Die zurückhaltende Konsumstimmung in Österreich wirkt sich besonders auf Handel, Gastronomie und Bauwirtschaft aus. Laut Expertenschätzungen ist auch im Jahr 2026 ohne grundlegende Verbesserungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einem ähnlichen Insolvenzgeschehen zu rechnen.
Credits: APA
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