Wien – Es brodelt in der Bildungspolitik. Ab dem kommenden Schuljahr wird bei der Deutschförderung alles anders – oder doch nicht? Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) hat ein neues Konzept vorgestellt, das den Schulen mehr Freiheiten geben soll. Doch Kritiker warnen: Das könnte im Chaos enden!
Schulen dürfen jetzt selbst entscheiden
Wie oe24.at berichtet, soll im Ministerrat eine Regelung beschlossen werden, die den Schulen mehr Wahlmöglichkeiten bei der Deutschförderung gibt. Neben den bisherigen Deutschförderklassen und -kursen können Schulen künftig ein eigenes Konzept entwickeln. „Jede Schule ist anders, und das muss sich auch in der Förderung widerspiegeln“, so Wiederkehr. Klingt gut, oder? Doch die Realität sieht oft anders aus.
50.000 Kinder betroffen – und die Zahlen steigen!
Die Fakten sind alarmierend: Im Schuljahr 2024/25 wurden fast 50.000 Kinder als „außerordentlich“ eingestuft, weil sie nicht ausreichend Deutsch sprechen. Über 40.000 davon besuchen Volksschulen. Seit 2018 gibt es Deutschförderklassen, in denen Schüler bis zu 20 Stunden pro Woche separat unterrichtet werden. Doch laut Wiederkehr hat das nicht gereicht. „Es gab zu wenig Mittel, und die zentralen Vorgaben haben nicht funktioniert“, gibt der Minister zu.
Chaos vorprogrammiert?
Die neuen autonomen Modelle sollen alles besser machen. Schulen können künftig selbst entscheiden, ob sie das bisherige Modell beibehalten oder integrative Ansätze wählen, bei denen die Förderung direkt in den Regelklassen stattfindet. Klingt nach einer guten Idee? Vielleicht. Aber: Die Schulen müssen dafür ein detailliertes Konzept vorlegen, das vom Bildungsministerium geprüft wird. Und wer garantiert, dass das überall klappt?
SPÖ jubelt, FPÖ tobt
Die geplanten Änderungen sorgen für hitzige Diskussionen. Die SPÖ feiert die Wahlfreiheit als großen Fortschritt. „Die Wissenschaft zeigt, dass der Zweitspracherwerb am besten funktioniert, wenn viel Kontakt mit Erstsprachlern besteht“, sagt Bildungssprecher Heinrich Himmer. Ganz anders die FPÖ: Wiener Klubobmann Maximilian Krauss warnt vor gemischten Klassen. „Das ist ein Spracherziehungsexperiment, das das Bildungsniveau weiter senkt“, poltert er.
Und jetzt?
Derzeit werden 82 Prozent der außerordentlichen Schüler in separaten Klassen oder Gruppen gefördert. Ob die neuen autonomen Modelle das ändern können, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Reform könnte die Deutschförderung in Österreich komplett auf den Kopf stellen. Ob das ein Erfolg wird oder im Chaos endet, wird sich zeigen.
Credits: APA
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