Die Kunstwelt trauert: Arnulf Rainer, der Meister der Übermalung und einer der bedeutendsten Künstler Österreichs, ist tot. Er verstarb am 18. Dezember 2025 in Oberösterreich, wie seine Familie der APA bestätigte.
Ein Leben für die Kunst
Arnulf Rainer, geboren am 8. Dezember 1929 in Baden bei Wien, war ein Künstler, der die Grenzen der Malerei sprengte. Mit seinen radikalen Übermalungen – einer Technik, bei der er bestehende Bilder mit dichten Farbschichten überdeckte – schrieb er Kunstgeschichte. „Ich male nicht, ich übermale“, sagte er einst über seine Arbeit. Wie der ORF berichtet, begann Rainer seine Karriere mit surrealistischen und informellen Ansätzen, bevor er in den 1950er-Jahren seinen unverkennbaren Stil entwickelte.
Vom Enfant terrible zum gefeierten Künstler
Rainers Weg war alles andere als konventionell. Nach kurzen Studien an Kunsthochschulen, die er wegen Konflikten mit seinen Lehrern abbrach, gründete er 1950 die „Hundsgruppe“ und wurde Teil der Wiener Avantgarde. Seine Übermalungen sorgten oft für Kontroversen, insbesondere wenn religiöse Symbole betroffen waren. Doch genau diese Radikalität machte ihn zu einem der einflussreichsten Künstler der Nachkriegszeit. Wie „Der Standard“ berichtet, vertrat er Österreich mehrfach bei der Biennale in Venedig und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Große Österreichische Staatspreis.
Ein Museum für den Meister
2009 wurde in seiner Geburtsstadt Baden das Arnulf Rainer Museum eröffnet, das seinem Lebenswerk gewidmet ist. Dort sind viele seiner berühmten Werke ausgestellt, darunter die „Face Farces“ und die Schleierbilder. Die Albertina in Wien besitzt über 600 Arbeiten Rainers und würdigte ihn als „einen der bedeutendsten Künstler unserer Zeit“.
Ein Abschied mit Wehmut
Mit Rainers Tod verliert die Kunstwelt einen Visionär, der die Malerei neu definierte. „Sein Werk war kompromisslos und voller existenzieller Tiefe“, sagte Klaus Albrecht Schröder, ehemaliger Direktor der Albertina. Auch die Stadt Baden trauert um ihren berühmtesten Sohn. Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli betonte: „Arnulf Rainer war ein Botschafter unserer Stadt und wird unvergessen bleiben“.
Credits: APA
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