Der Serienmörder von Graz: Headset, Waffengurt wie Elite-Soldat in Egoshooter

Der Serienmörder von Graz: Headset, Waffengurt wie Elite-Soldat in Egoshooter

Der erste Verdacht dürfte sich bestätigen: Artur A.(21), der Serienmörder von Graz, dürfte massiv von Killer-Computerspielen beeinflusst gewesen sein. Noch vor dem ersten Schuss im BORG Deierschützengasse zog sich der Täter auf der Schultoilette um, nahm seine Waffen aus dem Rucksack und setzte ein Headset auf – wie das Elite-Soldaten vor einem Einsatz machen.

Bei seiner Bluttat agierte Artur A. wie eine Figura aus Call of Duty – dieses PC-Game soll er laut neuesten Informationen der Exekutive 8 bis 10 Stunden am Tag gespielt haben. Und auch oe24 berichtet dazu: Das ist ein Egoshooter des US-amerikanischen Publishers Activision, bei der es allein oder im Team nur um eines geht: Als Soldat in diversen Kriegsszenarien mit den neuesten Waffen in der Hand zu töten und zu überleben.

Nur dort, in dieser PC-Welt, fühlte sich Artur offenbar Hause – soziale Kontakte pflegte er keine. Er sei nicht gewillt gewesen, an Unternehmungen in der realen Welt teilzunehmen. Das bestätigt auch ein weiterer Kursteilnehmer des AMS, der Artur A. von dort kannte, gegenüber oe24: „Er war der totale Psycho, saß stets allein in der Ecke, ging nie mit uns raus, um sich Mittag vom Supermarkt eine Jause zu holen. Er hatte das Essen immer mit und verbrachte auch die Pausen ohne mit jemandem zu reden. Nur einmal, als wir eine Unterrichtseinheit über Computer, Spiele und wie man seine PC absichert, hatten, da redete er in einer Stunde mehr als in den ganzen anderen Monaten.“

Headset, Waffengurt, Schrotflinte, Glock 19, Jagdmesser

Als der Serienmord am Dienstag um 10 Uhr begann, dürften bis zu 400 Menschen im Schulgebäude gewesen sein. Artur A. ging bewusst zu seiner früheren Klasse – mit seiner Glock 19 und einer abgesägten Schrotflinte schoss er aus nächster Nähe auf die Schülerinnen und Schüler. Auch ein Jagdmesser hatte er mit. Er tötete insgesamt zehn Menschen. Als die Spezialeinheit Cobra vorrückte, erschoss sich der Täter.

Bundesheer bestätigt: Artur A. war nicht tauglich

Der Amokläufer von Graz, der am Dienstag zehn Menschen und sich selbst tötete, war bei der Stellungskommission des Bundesheeres als untauglich aufgrund psychischer Instabilität erkannt worden, berichtete Servus TV.

Das Heer dürfte so etwas aus Datenschutzgründen nicht weitergeben, erklärte Bundesheer-Sprecher Oberst Michael Bauer, dies sei gesetzlich nur bei einer Anfrage einer Behörde zu einem konkreten Fall möglich. Es gebe zwei Möglichkeiten, untauglich für den Dienst beim Bundesheer zu sein: Aus psychischen und/oder physischen Gründen, sagte Bauer: „Unser System hat funktioniert, aber wir hatten keine gesetzliche Grundlage, dies weiterzugeben.“

Der Täter hatte im März bei einer zivilen Behörde einen psychologischen Test absolviert und sich damit legal eine Pistole beschaffen können. Das Bundesheer hatte hingegen die psychische Instabilität des Grazers festgestellt.

Credits: Screenshots

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x